Liebe ehemalige Mitbürgerinnen und Mitbürger,
der Heimatbrief, den die Gemeinde seit fast 10 Jahren in ununterbrochener
Reihenfolge an alle Interessenten in annähernd allen Erdteilen versendet,
erfreut sich großer Beliebtheit. Das leiten wir aus vielen Rückmeldungen ab, die
uns jeweils um die Jahreswende erreichen. Deshalb stellen wir uns auch jedes
Jahr sehr gerne der Aufgabe, Sie, liebe Ehemalige, in einer
Zusammenschau mit den (für uns) wichtigsten Ereignissen vertraut zu
machen. Ganz wichtig ist es uns, dadurch die Verbindung zu Ihnen aufrecht zu
erhalten. Denn darüber sind wir uns alle einig: Nur das, was wir kennen, können
wir auch lieben.
Heuer haben wir (Hans Wimmer, Bauhofleiter Wilhelm Preßmar und Bürgermeister
Lothar Schober) uns wieder einmal entschieden, den Bericht mit der Beschreibung
einer kleinen Reise durch unseren Ort und die dazugehörende, genau 1001
Hektar große Markung zu verbinden.
B A U H O F
Es ist einer der letzten Tage dieses
herrlichen Jahrhundert – Oktobers. Wir treffen uns im Bauhof,
um die Fahrt mit dem neuen „Laster“ zu unternehmen, dessen Anschaffung
(„Braucht man, oder braucht man net“) in der angespannten Finanzsituation zu
intensiven Diskussionen im Gemeinderat geführt hat. Schließlich gab es doch
einen einmütigen Beschluss, den man auch als Anerkennung für die engagierte
Arbeit der Mitarbeiter dieser Gemeindeeinrichtung werten kann.
Sie halten Grünanlagen, Sportplätze und Friedhof „im Schuss“, erledigen viele
kleine und größere Aufträge mit viel Fantasie und sind unverzichtbare
Unterstützer bei Veranstaltungen von Vereinen. Zu den größeren Aufgaben werden
wir noch kommen.
Eine Bemerkung am Rande: Im Gespräch war „der Bauhof“ auch, als es im August
darum ging, die Hinterlassenschaften der in ihrer Zahl ständig steigenden Hunde
zu beseitigen. Das wollten ihm die Gemeinderäte aber doch nicht zumuten. Deshalb
erhalten die Hundehalter nun mit dem Steuerbescheid pro Jahr 100 Abfalltüten, um
selbst entsprechend tätig zu werden.
I N D U S T R I E G E L Ä N D
E
Unser erster Stopp ist in den “Unteren Schorteilen“, wo sich in
den letzten Jahren zahlreiche Betriebe neu angesiedelt und zum Teil
recht
repräsentative Firmengebäude errichtet haben.
53.000 Euro musste die Gemeinde für
eine
Altlastenuntersuchung aufwenden, die allerdings und Gott
sei Dank “o.k.“ war.
Von hier aus ist es auch nicht weit zur
Anschlussstelle der Abwasserleitung zur Kläranlage nach Salach. Sie
musste erweitert werden, um das neue Gewerbegebiet „Untere Schorteile IV“ bauen
zu können. Mit dem Kanalaustausch war aber die Stadt Süßen zunächst nicht
einverstanden. Nach langen Verhandlungen und langem Streit kam es Anfang des
Jahres zu einer Vereinbarung, nach der die Gemeinde zukünftig 12.500 Euro für
das Durchleitungsrecht bezahlen muss. Außerdem war eine Einmalzahlung in Höhe
von 40.000 Euro zu leisten. Der seinerzeit von der Stadt Süßenverweigerte
Anschluss hätte mit 15.000 Euro zu Buche geschlagen – inzwischen kostet er
annähernd 100.000 Euro. Ein Ärgernis!
Über die Brückenstrasse, in der mittlerweile das nächtliche Abstellen von
Sattelschleppern und LKW`s verboten ist, die Grabenstrasse, wo es wegen der
vielen abgestellten Autos nur in Schlangenlinien und sehr langsam vorangeht, und
die mit einem neuen Belag versehene Schubartstrasse erreichen wir den
Parkplatz beim
F R I E D H O F
Wie immer ist er in einem äußerst gepflegten Zustand. Der Bauhof war
es, der Wege teilweise neu pflasterte, die Fassade am Anbau der Aussegnungshalle
und den Sanitärbereich sanierte. Auffallend sind größere
Lücken in den verschiedenen Grabfeldern. Auch bei uns ist der Trend zu
Feuerbestattungen deutlich zu erkennen.
Als Folge davon ist das schon zweimal erweiterte Kolumbarium fast schon
wieder an
seine Kapazitätsgrenze angelangt und
Überlegungen für die Schaffung
zusätzlicher Möglichkeiten für Urnenbeisetzungen müssen angestellt werden.
Unter großer Anteilnahme wurden in diesem Jahr u.a. Karl Steck, von
1963 bis 1979 erster Hausmeister der Schule und als solcher eine „Institution“
und Karl Fetzer, „Bäumlesmetzger“ und geschätzter Lehrer an der
Fachschule für das Hotel- und Gaststättengewerbe in Bad Überkingen, zu Grabe
getragen.
Neben dem Friedhof gilt unsere Aufmerksamkeit dem
K I N D E R G A R T E N
der Gemeinde, der in diesem Jahr ein neues
Konzept entwickelt hat.
Die sinkenden Geburtenzahlen werden in den nächsten Jahren wohl eine
Reduzierung der Gruppen von insgesamt jetzt sieben auf fünf notwendig machen.
Von dieser Geburtenentwicklung ist seit geraumer Zeit insbesondere der kath.
Kindergarten betroffen; dort ist die Kinderzahl stark zurückgegangen.
Möglicherweise gibt es dort bald nur noch eine Gruppe.
Gleich erreichen wir die
H I N T E R E G A S S E,
die in diesem Jahr im oberen Teil generalüberholt wurde.
Neuer Belag, neue Beleuchtung, neue Wasserleitung. Für den Anschluss an die
Hauptleitung musste die B 10 halbseitig gesperrt werden. Weil die Arbeiten aber
in den Pfingstferien durchgeführt wurden und weil der Bauhof hervorragende
Arbeit ge-leistet hat, blieb das eigentlich erwartete Verkehrschaos aus.
Eine Weile dauert es, bis wir uns in den wie immer sehr starken Verkehr
auf der Bundesstrasse (ca. 30.000 Fahrzeuge pro Jahr) einfädeln können, um
zum
K O M P O S T P L A T Z
zu gelangen, der sich seit mehr als 18 Jahren einer sehr großen Akzeptanz
erfreut. Nun soll er geschlossen werden, weil er auf Grund der
Wasserschutzverordnung für die Süßener Wasserfassung „Au“ „nicht mehr haltbar
sei.
Die Überlegungen des Landratsamtes lösten erhitzte Diskussionen in der
Bevölkerung und im Gemeinderat aus. In einer Ortsbegehung mit Vertretern des
Landkreises sollte nach einem Kompromiss gesucht werden, zumal der Platz und
seine Begleiterscheinungen bisher zu keinen Schwierigkeiten und zu keiner
Beeinträchtigung der Süßener Wasserfassung geführt hat. Jetzt muss sich die
Gemeinde auf die Suche nach einer Ausweichmöglichkeit begeben. Ob sie
erfolgreich sein wird?
Sehr schnell gehts wieder hinunter ins Tal (das neue Auto schluckt sehr
viele Unebenheiten). Immer haben wir den 65 Meter hohen Kran, das Gerüst und
den
T U R M D E R J O H A N N E S K I
R C H E
vor Augen, der seit Ende 2003 nicht nur wegen seiner beherrschenden Lage im
Mittelpunkt von vielen Diskussionen, Sitzungen, Veranstaltungen und Aktionen
steht. Darüber wird eine eigene Dokumentation erstellt, die Ihnen, liebe
Ehemalige, nach ihrem Erscheinen zugeht.
Für heute nur so viel: Der Turm muss mit einem Kostenaufwand von mehr als
550.000 Euro saniert werden. Die Arbeiten gestalten sich sehr aufwändig.
Schon im Mai war der Turm mit Hilfe von Hydrauliksprießen,
die eine Kraft von mehr als 60 Tonnen entwickelten, wieder ins Lot gebracht
worden. Vor allem die eichene Achteckkonstruktion erfordert von den Handwerkern
hohen Sachverstand. Alle hoffen zuversichtlich, dass die Arbeiten Ende November
abgeschlossen sein werden.
Die Kosten müssen die Kirchengemeinde (1/6) und die bürgerlichen Gemeinde
(5/6) aufbringen.
Ein äußerst schwieriges Unterfangen! Der Förderverein will beiden helfen und
hat bis jetzt 125.000 Euro gesammelt.
Die Renovierung von Kugel, Kreuz und Hahn wird mit einer Altgoldsammlung
finanziert.
Nachdem wir verschiedenen Baufahrzeugen Platz machen müssen setzen wir
unsere Fahrt fort. Vorbei am
E V A N G E L I S C H E N G E M E I N D
E H A U S ,
in dem die Lokale Agenda in unregelmäßigen Abständen und in Zusammenarbeit
mit dem Cafe Soukup insbesondere für ältere Mitbürger ein Mittagessen anbietet,
um eine zusätzliche Möglichkeit zu bieten, miteinander ins Gespräch zu kommen.
Wir erinnern uns an das Schnapperfest, das seit 30 Jahren
stattfindet und das auf eine Initiative von Hans Hitzer zurückgeht. Heuer waren
wieder fast alle Vereine im Einsatz. Hans Windstoßer und Joachim Bühler
entwickelten ein neues Konzept für einen neuen Termin und hatten – nach einer
rechten Regenunterbrechung – den Erfolg auf ihrer Seite.
Wir passieren die neue Mitte und stehen vor der Ampel am Löwen
prompt im Stau.
D I E A U T O B A H N M A U
T
hat zu immer mehr Schwer-
lastern auch auf der B 10 geführt.
Verkehrszählungen der Gemeinde im Juli ergaben eine Steigerung von mehr als
20%, wobei zunehmend Kennzeichen aus Luxemburg, Holland und dem gesamten
Ostblock auffielen. Im Auftrag des Gemeinderats ging ein Hilferuf an
Verkehrsminister Stolpe. Die Reaktion war aber „dürftig“.
Jetzt sind wir an der Reihe, und wir sind froh, dass unser Auto über einen
ordentlichen Anzug verfügt, sonst hätte es uns fast wieder nicht gereicht. Wir
wollen auf den Grünenberg.
Im Vorbeifahren schauen wir zur
Albvereinshütte.
Die Ortsgruppe feierte in diesem Jahr ihr 100jähriges Jubiläum mit Festabend,
Maibaumaufstellung, Wanderung und Hüttenabend. Im Rahmen des Festabends
erhielten Günter Hommel, Matthäus Honold, Jürgen Wimmer und Klaus Wimmer den
Ehrenschild des Albvereins. Die Maibaumaufstellung war eine
Gemeinschaftsveranstaltung mit der Musikkapelle und dem Liederkranz. Für
Unterhaltung sorgten die Volkstanzgruppen aus Jebenhausen und Süßen,
Schuhplattler aus Buching im Lechgau und Fahnenschwinger aus
Neckartailfingen.
Der Weiler G R Ü N E N B E R G
gehört seit eh und jeh zu den bevorzugten Ausflugszielen weit über die
Kreisgrenzen hinaus. Sicher auch ein Verdienst der guten Gastronomie. Außerdem
kommen viele zum Reiten in die schöne Umgebung.
Vom Wasserhochbehälter haben wir einen beeindruckenden Blick ins
Tal.
Jetzt machen wir uns auf den Weg, um dem Gebiet auf der anderen Seite der
Fils einen Besuch abzustatten.
Erster Halt ist das R A T H A U
S.
Es ist seit langem – innen wie außen – der Mittelpunkt der
Gemeinde.
Der Haushalt 2005 entwickelte sich etwas „rosiger“ als bisher
und
ermöglichte eine positive Zuführung zum Vermögenshaushalt.
Der Handlungsspielraum ist durch die Kreisumlage in Höhe von 43,1 % stark
eingeschränkt. Der Schuldenstand beträgt 87,00 €/Einwohner für den
Wasserversorgungsbetrieb. Im großen Kernhaushalt ist die Gemeinde schuldenfrei.
Dies mit einer 1-jährigen Unterbrechung und schon seit 1991! In Bund und Land
wäre man über eine solche Haushaltslage mehr als glücklich.
Fritz Frey und Gerd Grundheber erhielten für 30jährige
ehrenamtliche Tätigkeit als Gemeinderat in einer Festsitzung die Goldene
Ehrennadel des Württembergischen Gemeindetages.
Im Ratssaal tagt aber nicht nur der Gemeinderat. In ihm finden viele
kulturelle Veranstaltungen statt: Vorträge, musikalische Beiträge,
Lichtbildervorträge. 2005 waren dies u.a. eine Untersuchung von Dr.Gabriele von
Trauchburg über die Hausnamen, Dia-Reisen mit Reinhold Richter und eine
Einführung in die chinesische Medizin durch Dr. Markus Windstoßer.
Das Rathaus ist auch die „Heimat“ der sehr rührigen Volkshochschule
unter der Leitung von Norbert Heinrich und Margit Hölscher. Neben den üblichen
Fortbildungskursen organisierte sie Theaterbesuche in Stuttgart, Ebersbach, Bad
Schussenried und Plüderhausen.
Die Ortsbücherei ist ein unverzichtbarer Aktivposten für die
Bevölkerung. Wie ihre Leiterin Susanne Bühler berichtet, gibt es im Jahr 17.000
Ausleihungen. Dabei nehmen die elektronischen Medien und Sachbücher immer mehr
an Bedeutung zu. Ein Computer mit Internetanschluss erfreut sich großer
Beliebtheit bei den insgesamt 4.397 Einwohnern der Gemeinde (2.260 Frauen, 2.137
Männer).
Wenn auch der Jahresbericht der Polizei für die Gemeinde recht positiv
ausgefallen ist, haben wir den Verlust des Polizeipostens noch nicht ganz
„verkraftet“. Ob er die Machenschaften von dubiosen Teppich- und
Jackenhändlern, die ihre Waren zu überhöhten Preisen loswerden wollten,
verhindert hätte, bleibt ungewiss. Für große Aufregung sorgte Ende Oktober ein
dreister Einbruch in das Bekleidungshaus Hofmann in der Lindenstraße, bei dem
die Diebe 50 Anzüge, Hemden, Pullover und Hosen im Wert von über 20.000 Euro
erbeuteten. Bei einem Einkauf am Tag zuvor hatten sie die örtlichen
Gegebenheiten erkundet und in der Umkleide ein Fenster entriegelt durch das sie
in der Nacht unbemerkt einsteigen konnten.
Der Platz vor dem Rathaus, der 1993 angelegt wurde, gilt als begehrter
Ausgangspunkt für Unternehmungen von Jahrgängen, Vereinen und
Organisationen. Mindestens einmal heißt es im „Blättle“: „Abmarsch am Rathaus!“
(Wie z.B. am autofreien Sonntag bei der Wanderung der Aktion „Schöpfung
bewahren“ zur Hürbelsbacher Kapelle, an der über 50 Personen teilnahmen.)
Wie in den Jahren zuvor lud der Musikverein im Juni zum Rathaushock
auf dem Parkplatz und am Anfang der Brunnenstrasse ein. Einmal mehr zeigte die
55 (!) Musiker und Musikerinnen umfassende Kapelle ihr ausgefeiltes Können, das
ihr auch mit einem „sehr gut“ beim Wertungsspiel des Musikverbandes
Lech/Ammersee bestätigt wurde.
Am „Filseck“, in dem u.a. die Landfrauen einen Lehrgang zur
Ausbildung von landwirtschaftlichen Familienbetreuerinnen begannen und der
Skatclub „Schnapper 99“ die erste, in der Presse stark beachtete
Skat-Kreismeisterschaft durchführte,
vorbei fahren wir nun weiter über die im leuchtende Herbstlaub
erstrahlende Bahnhofstrasse zur
S A N K T B A R B A R A K I R C H
E .
Ihr “Erbauer” Dekan und Pfarrer i.R. Otto Ascher
feierte im Juli sein goldenes Priesterjubiläum. Der rüstige Endsiebziger
gründete in seiner aktiven Zeit auch die Gruppe des Werkvolks (heute Katholische
Arbeitnehmerbewegung). Selbst als Pensionär ist er als Betreuer von vakanten
Pfarrstellen und als Krankheitsvertreter fast immer - sonntags wie
werktags - „auf Achse“. Nachdem die Glocken der Johanneskirche zur Zeit nicht
geläutet werden können, übernimmt das Geläut der katholischen Kirche vor allem
auch bei Beerdigungen diesen Dienst. Übrigens hat das Kirchlein der
Neu-Apostolischen Glaubensgemeinschaft in der Austraße seine Pforten
geschlossen.
Wiederholt diente der große Kirchenraum für Konzerte zu Gunsten des
Fördervereins zur Erhaltung des Turms der Johanneskirche. Im Juli hieß es
„Gingen goes Gospel“. 500 Besucher waren begeistert von den Darbietungen des
jungen Chores „friends in music“ des Liederkranzes unter der Leitung von
Gabriele Grabinger und professionell am Klavier begleitet von Peter Grabinger.
Große Verdienste erwarb sich Horst Eberhardt am Zustandekommen eines
Gemeinschaftskonzertes, dessen Erlös auch in die Finanzierung des Turms floss.
Mit dabei waren die Chöre des Liederkranzes, der evangelische Kirchenchor, der
katholische Kirchenchor und der Kinderchor des Blauen Kreuzes. Erwatungsgemäß
war auch dabei die Kirche bis auf den letzten Platz besetzt und beim
abschließenden, gemeinsam von den 170 „Aktiven“ und den Besuchern gesungenen
„Großer Gott wir loben dich“ lief es vielen „kalt den Buckel hinunter“ und die
Kirche schien in ihren Festen zu erbeben.
Im Vorbeigehen bewundern wir noch den Barfußpfad, den die
Erzieherinnen-Gatten des Kindergartens St. Barbara errichteten.
Über den neuen Teil der Friedrichstraße (Kanal und Belag)
fahren wir zur (vorübergehend?) abgeschlossenen
B A U S T E L L E A M B A H N D A
M M.
Am 8. Mai konnte die Strecke zwischen Gingen und Geislingen West wieder
zweigleisig befahren werden, nachdem sich ein „ganzes Erdpaket samt Bewuchs in
Bewegung gesetzt“ und den Bahndamm auf 30 m Länge beschädigt hatte.
Als Ursache werden viele Quellen im Hang vermutet. Es kam teilweise zu
dramatischen Zugverspätungen, die schon auf den wechselnden Fahrplänen im
Stuttgarter Hauptbahnhof angezeigt wurden. Omnibusse übernahmen zeitweise den
Personentransport, der Güterverkehr musste weite Umwege in Kauf nehmen. Noch
heute ist eine Langsamfahrstelle (Höchstgeschwindigkeit auch für ICE-Züge:40
km/h) eingerichtet. Beobachter aus dem Dorf vermuten, dass das Problem noch
nicht endgültig gelöst ist.
Unsere Rundfahrt führt nun zur
G R U N D– U N
D H A U P T S C H U L E,
die in
diesem Jahr für 43.000 Euro eine Erweiterung der Gasheizung um einen zweiten
Kessel erhielt und in der zwei Klassenzimmer „auf Vordermann gebracht wurden“.
im Juli berichtete Dr. Hermann Scheiring, der Rektor der Schule von insgesamt
292 Schülerinnen und Schülern. Aus der Klasse 4 wechselten 10 Jungen und Mädchen
ins Gymnasium, 19 in die Realschule. 7 von 17 Entlassschülern der Klasse 9 waren
„glücklich, einen Ausbildungsplatz gefunden zu haben.“ Sie hatten u.a. im Rahmen
einer (neu eingeführten) Projektprüfung ihre Teamfähigkeit bewiesen.
Großen Anklang bei den Schülerinnen und Schülern fanden die Projekttage, bei
denen sich u.a eine Gruppe dem Schulgarten und der Schulwiese widmete. 43 Jungen
und Mädchen übten sich als Artisten und versuchten sich – teilweise zum ersten
Mal - auf dem Einrad. Ein Trommel-Workshop vereinigte Interessenten aus dem
ganzen Kreis in Gingen.
Die Schülerzahlen in der Hauptschule nehmen mittlerweile ständig ab. So gibt
es in den Klassen 5, 6 und 7 nur noch 13, 10 und 12 Schüler. Die Übergänge in
die weiterführenden Schulen (Realschule und Gymnasium) nehmen dagegen stetig
zu
Nicht weit ist unser Weg zur
H O H E N S T E I N H A L L E
Hier musste nach einem Bakterienbefall das ganze Wasseraufbereitungssystem
ausgetauscht, Fenster im Gymnastikraum ausgewechselt und für 8.000 Euro neue
Sportgeräte angeschafft werden.
Sportlicher Höhepunkt in der Halle war zweifellos die wohl einmalige
Erfolgsgeschichte der Handball–A–Jugend, die – seit Jahren (Jahrzehnten?)
von Günther Elischer betreut - den Titel des 2. Süddeutschen und des ersten
Baden–Württembergischen Hallenmeisters errang. Das begeisterte Publikum
unterstützte die „Jungs“ lautstark. Seit langem war die Halle mit fast 600
Zuschauern wieder einmal ausverkauft.
Ende Oktober beging die Abteilung ihr 75jähriges Bestehen, das sich zu einem
Treffpunkt für Junge (siehe oben) und Alte (u.a. Württembergischer
Feldhandballmeister 1962) entwickelte. Klaus Glocker, seit 1975 als
Spieler, Trainer, Schiedsrichter und Funktionär für den Handball tätig, hat sich
die im April in Donzdorf verliehene Ehrennadel des Deutschen Handballbundes
sicher redlich verdient. Und noch zwei Personalien: Wolfgang Dorsch legte
zum 40. Mal die Bedingungen für das Deutsche Sportabzeichen ab und die
Geislinger Zeitung widmete Marlies Wiedemann einen 4-spalter mit der
Überschrift: “Einzige Frau an der Spitze eines großen Sportvereins in der
Region.“ .Michael Riegel und Wolfgang Donabauer versuchen mit viel Einsatz das
Fußballerschiff auf Kurs zu halten.
Einen wahren Einbruch erlebten dagegen die Fußballer des Turnerbundes. Die
komplette 1. Mannschaft verließ nämlich im Sommer den Verein. Nun dümpelt die
Mannschaft in der Kreisliga B auf dem letzten Platz. Erfreulich dagegen die
D-Jugendlichen des TB: sie schaffen nach Jahrzehnten erstmals den Aufstieg
in die Leistungsstaffen.
Die Jugend des Eichenkreuzes trainiert immer montags und schaffte den
3. Platz bei den Württembergischen Meisterschaften.
Die Zimmerstutzengesellschaft feierte im Juli ihr 100jähriges
Bestehen. Fritz Frey und Karl Schnarrenberger erhielten für ihre
Verdienste um den Verein das Kreisehrenzeichen in Gold. Im Rahmen der
Jubiläumsfeierlichkeiten gewannen die Reiterinnen und die Feuerwehr das 25.
Vereinsschießen. Nachdem der Verein vor fast 100 Jahren das Kinderfest
der Gemeinde ins Leben gerufen hat, lag es nur nahe, dem Jubilar auch die
Durchführung dieser Traditionsveranstaltung, die selbst alle Kriegswirren
überstanden hat, 2005 zu übertragen.
Thema des von den Kindergärten und der Schule gestalteten farbenprächtigen
Festzuges waren die vier Jahreszeiten mit all ihren unterschiedlichen Facetten.
Die Sonne meinte es – wie eigentlich immer – mit Akteuren und Besuchern sehr
gut, so dass die Stimmung auf dem Platz vor der Hohensteinhalle einfach
„stimmte“. Diakon Plura hielt eine sehr nachdenklich machende Schlussansprache
und wurde damit dem Anspruch des Festes, sich von anderen – rein geselligen
Veranstaltungen etwas abzuheben, vollkommen gerecht.
Die Halle ist natürlich auch Schauplatz zahlreicher anderer
Veranstaltungen gewesen.
Das Spektrum reichte vom Benefizkonzert des Polizeimusikkorps
Baden-Württemberg („Excellenter Sound für einen sozialen Zweck“ mit
Verlosung einer Berlinfahrt für 2 Personen, gestiftet von MdB Walter Riester)
über Konzerte der „Glorreichen 6“ und „Herrn Stumpfes Zieh- und Zupfkapelle“ bis
zu einem Theaterabend des SV Aufhausen „Liebe und Blechschaden.“
Höhepunkt der Veranstaltungsreihe in der Hohensteinhalle war in diesem Jahr
unbestritten die Verleihung des Ehrenbürgerrechts an Hans
Wimmer. Er ist damit in der langen Geschichte der Gemeinde – soweit
bekannt - der erste und einzige Ehrenbürger der Gemeinde. In einer
wunderschönen Feierstunde in der sehr festlich dekorierten Hohensteinhalle
wohnten rund 500 Besucher der Verleihung bei. Viele Menschen sowie Vereine und
Organisationen erwiesen dabei Hans Wimmer die Ehre. Für ein erstklassiges Buffet
sorgten bei dieser Feierstunde die Gingener Landfrauen unter der Regie von Erika
Preßmar.
Auf der Fahrt zurück zum Ausgangspunkt kommen wir am evangelischen
Kindergarten mit seinem gepflegten Garten vorbei und halten noch vor
dem Haus des Krankenpflegevereins. Im Untergeschoß sind
Jugendräume untergebracht, die von den Jugendlichen in Eigenarbeit renoviert
wurden. Die Gemeinde betreibt dieses Jugendhaus mit Sozialarbeitern der
Gustav-Werner-Stiftung. Aufmerksamkeit erregte die in Zusammenarbeit mit dem
Jugendhaus Kuchen durchgeführte Aktionswoche mit Angeboten zum Klettern und
Schwimmen.
Dem Krankenpflegeverein, dem seit einigen Jahren Margret Keller
vorsteht, gehören aktuell 618 Mitglieder an. 38 Nachbarschaftshelferinnen sind
im Einsatz und helfen, wo Hilfe erwünscht und notwendig ist. 2006 wird der
Verein 100 Jahre alt. Im Vorgriff auf das Jubiläum und um den geänderten
Bedingungen Rechnung zu tragen baute er zwei Monate lang sein Haus um und
gestaltete die Räume neu.
Auf dem Hof vor dem Feuerwehrhaus bringen gerade die Aktiven
ihre Auto und Geräte in Ordnung. Sie waren bei der sehr gelobten Hauptübung im
Einsatz, die auf dem Gelände der Firma Leonhardt in der Friedrichstrasse
stattgefunden hat. Jungfeuerwehrleute, die regelmäßig ihre Übungen absolvieren
(„Früh übt sich… „) schauen interessiert zu. Sie waren auch beim Zelten auf der
Kuchalb.
Damit, liebe Ehemalige, sind wir am Ende unseres Berichts über das Jahr
2005.Wir, das waren und sind (in alphabetischer Reihenfolge):
Wilhelm Preßmar,
als Fahrer, Insider, Gemeinderat und
Bauhofleiter,
Lothar Schober,
Bürgermeister und Ideengeber sowie
Hans Wimmer,
Schreiberling und Fotograf.
Wir wollten mit diesen Zeilen Ihnen einen Überblick zu den Geschehnissen
im Jahr 2005 in unserer und Ihrer Heimatgemeinde geben.
Wenn wir Ihnen damit eine kleine Freude gemacht haben, dann haben wir
unser erstes Ziel erreicht. Wir wollen mit dem Heimatbrief aber auch die
Verbundenheit zwischen Ihnen und uns pflegen, die nach unserer Einschätzung ein
wenig zu mehr Lebensqualität beiträgt.
Für 2006 wünschen wir Ihnen (und natürlich auch uns) Gesundheit und
Wohlergehen. Schließen möchten wir mit dem (etwas abgewandelten Motto) der
gegenwärtigen Deutschland – Kampagne:
DU bist Deutschland,
DU bist Baden-Württemberg,
DU bist Gingen,
vielleicht auch
(ehemaliger)
„Schnapper“,
WIR sind alle füreinander verantwort-
lich und
WIR brauchen einander alle.
Sterbefälle:
04.12.2004: Regina Walter, Pfarrstr. 33
08.12.2004: Gertrud Voß geb. Bednarek, Grünenberger Str. 14/1
11.12.2004: Renate Rings, Hindenburgstr. 88
20.01.2005: Elsa Bauer geb. Sauer, Ulmenweg 6
28.01.2005: Günther Sponar, Bahnhofstr. 55
11.02.2005: Otto Weinthaler, Bahnhofstr. 70
16.02.2005: Karl-Heinz Wildbrett, Große Gasse 4
24.02.2005: Wilhelm Haug, Friedrichstr. 36
19.03.2005: Rasit Uzun, Am Teilweg 7
06.04.2005: Helene Becker geb. Reigrotzki, Bahnhofstr.
32
10.04.2005: Annette Frick geb. Oßwald, Hindenburgstr. 110
08.05.2005: Peter Wilhelm, Im Barbaragarten 36
14.05.2005: Irene Krebes geb. Polonyi, Filsstr. 49
16.05.2005: Karl Fetzer, Donzdorfer Str. 17
13.06.2005: Elfriede Meier geb. Martinitz, Am Mühlbach 39
08.07.2005: Karl Steck, Hölderlinweg 4
10.07.2005: Hans Rösch, Im Barbaragarten 37
17.07.2005: Hans Vonau, Karlstr. 28
17.07.2005: Elli Schwemer geb. Koepke, Lindenstr. 22
05.08.2005: Anton Kubon, Am Teilweg 11
17.08.2005: Ida Arnold geb. Haselsteiner, Filsstr. 35
10.09.2005: Hermann Gantner, Bahnhofstr. 8
23.09.2005: Ilse Löffler geb. Krach, Grabenstr. 52
23.09.2005: Hanni Blöchinger geb. Fuchs, Eichendorffstr. 11
24.09.2005: Ernst Fetzer, Schulstr. 15
02.10.2005: Herta Fetzer geb. Feist, Hindenburgstr. 161
09.10.2005: Jakob Dil, Hindenburgstr. 138
12.10.2005: Frida Eisele geb. Schmidt, Austr. 9
14.10.2005: Hermine Bader geb. Rau, Lindenstr. 17
21.10.2005: Karl Willy Fischer, Liststr. 9
24.10.2005: Anna Hofmann geb. Preßmar, Lindenstr. 38
07.11.2005: Ernst Fetzer, Hindenburgstr. 107
10.11.2005: Herta Grapentin geb. Herzberg, Große Gasse 8