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Gingen stellt sich vor

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Heimatbrief 2005



Liebe ehemalige Mitbürgerinnen und Mitbürger,

der Heimatbrief, den die Gemeinde seit fast 10 Jahren in ununterbrochener Reihenfolge an alle Interessenten in annähernd allen Erdteilen versendet, erfreut sich großer Beliebtheit. Das leiten wir aus vielen Rückmeldungen ab, die uns jeweils um die Jahreswende erreichen. Deshalb stellen wir uns auch jedes Jahr sehr gerne der Aufgabe, Sie, liebe Ehemalige, in einer

Zusammenschau mit den (für uns) wichtigsten Ereignissen vertraut zu machen. Ganz wichtig ist es uns, dadurch die Verbindung zu Ihnen aufrecht zu erhalten. Denn darüber sind wir uns alle einig: Nur das, was wir kennen, können wir auch lieben.

Heuer haben wir (Hans Wimmer, Bauhofleiter Wilhelm Preßmar und Bürgermeister Lothar Schober) uns wieder einmal entschieden, den Bericht mit der Beschreibung einer kleinen Reise durch unseren Ort und die dazugehörende, genau 1001 Hektar große Markung zu verbinden.

B A U H O F

Es ist einer der letzten Tage dieses herrlichen Jahrhundert – Oktobers. Wir treffen uns im Bauhof, um die Fahrt mit dem neuen „Laster“ zu unternehmen, dessen Anschaffung („Braucht man, oder braucht man net“) in der angespannten Finanzsituation zu intensiven Diskussionen im Gemeinderat geführt hat. Schließlich gab es doch einen einmütigen Beschluss, den man auch als Anerkennung für die engagierte Arbeit der Mitarbeiter dieser Gemeindeeinrichtung werten kann.

Sie halten Grünanlagen, Sportplätze und Friedhof „im Schuss“, erledigen viele kleine und größere Aufträge mit viel Fantasie und sind unverzichtbare Unterstützer bei Veranstaltungen von Vereinen. Zu den größeren Aufgaben werden wir noch kommen.

Eine Bemerkung am Rande: Im Gespräch war „der Bauhof“ auch, als es im August darum ging, die Hinterlassenschaften der in ihrer Zahl ständig steigenden Hunde zu beseitigen. Das wollten ihm die Gemeinderäte aber doch nicht zumuten. Deshalb erhalten die Hundehalter nun mit dem Steuerbescheid pro Jahr 100 Abfalltüten, um selbst entsprechend tätig zu werden.

I N D U S T R I E G E L Ä N D E

Unser erster Stopp ist in den “Unteren Schorteilen“, wo sich  in den letzten Jahren zahlreiche Betriebe neu angesiedelt und zum Teil recht
repräsentative Firmengebäude errichtet haben.

53.000 Euro musste die Gemeinde für eine
Altlastenuntersuchung aufwenden, die allerdings und Gott sei Dank “o.k.“ war.
Von hier aus ist es auch nicht weit zur Anschlussstelle der Abwasserleitung zur Kläranlage nach Salach. Sie musste erweitert werden, um das neue Gewerbegebiet „Untere Schorteile IV“ bauen zu können. Mit dem Kanalaustausch war aber die Stadt Süßen zunächst nicht einverstanden. Nach langen Verhandlungen und langem Streit kam es Anfang des Jahres zu einer Vereinbarung, nach der die Gemeinde zukünftig 12.500 Euro für das Durchleitungsrecht bezahlen muss. Außerdem war eine Einmalzahlung in Höhe von 40.000 Euro zu leisten. Der seinerzeit von der Stadt Süßenverweigerte Anschluss hätte mit 15.000 Euro zu Buche geschlagen – inzwischen kostet er annähernd 100.000 Euro. Ein Ärgernis!

Über die Brückenstrasse, in der mittlerweile das nächtliche Abstellen von Sattelschleppern und LKW`s verboten ist, die Grabenstrasse, wo es wegen der vielen abgestellten Autos nur in Schlangenlinien und sehr langsam vorangeht, und die mit einem neuen Belag versehene Schubartstrasse erreichen wir den Parkplatz beim

F R I E D H O F

Wie immer ist er in einem äußerst gepflegten Zustand. Der Bauhof war es, der Wege teilweise neu pflasterte, die Fassade am Anbau der Aussegnungshalle und den Sanitärbereich sanierte. Auffallend sind größere

Lücken in den verschiedenen Grabfeldern. Auch bei uns ist der Trend zu Feuerbestattungen deutlich zu erkennen.

Als Folge davon ist das schon zweimal erweiterte Kolumbarium fast schon wieder an

seine Kapazitätsgrenze angelangt und
Überlegungen für die Schaffung zusätzlicher Möglichkeiten für Urnenbeisetzungen müssen angestellt werden.

Unter großer Anteilnahme wurden in diesem Jahr u.a. Karl Steck, von 1963 bis 1979 erster Hausmeister der Schule und als solcher eine „Institution“ und Karl Fetzer, „Bäumlesmetzger“  und geschätzter Lehrer an der Fachschule für das Hotel- und Gaststättengewerbe in Bad Überkingen, zu Grabe getragen.

Neben dem Friedhof gilt unsere Aufmerksamkeit dem

K I N D E R G A R T E N


der Gemeinde, der in diesem Jahr ein neues Konzept entwickelt hat.

Die sinkenden Geburtenzahlen werden in den nächsten Jahren wohl eine Reduzierung der Gruppen von insgesamt jetzt sieben auf fünf notwendig machen. Von dieser Geburtenentwicklung ist seit geraumer Zeit insbesondere der kath. Kindergarten betroffen; dort ist die Kinderzahl stark zurückgegangen. Möglicherweise gibt es dort bald nur noch eine Gruppe.

Gleich erreichen wir die

H I N T E R E   G A S S E,

die in diesem Jahr im oberen Teil generalüberholt wurde.

Neuer Belag, neue Beleuchtung, neue Wasserleitung. Für den Anschluss an die Hauptleitung musste die B 10 halbseitig gesperrt werden. Weil die Arbeiten aber in den Pfingstferien durchgeführt wurden und weil der Bauhof hervorragende Arbeit ge-­leistet hat, blieb das eigentlich erwartete Verkehrschaos aus.

Eine Weile dauert es, bis wir uns in den wie immer sehr starken Verkehr auf der Bundesstrasse (ca. 30.000 Fahrzeuge pro Jahr) einfädeln können, um zum

K O M P O S T P L A T Z

zu gelangen, der sich seit mehr als 18 Jahren einer sehr großen Akzeptanz erfreut. Nun soll er geschlossen werden, weil er auf Grund der Wasserschutzverordnung für die Süßener Wasserfassung „Au“ „nicht mehr haltbar sei.

Die Überlegungen des Landratsamtes lösten erhitzte Diskussionen in der Bevölkerung und im Gemeinderat aus. In einer Ortsbegehung mit Vertretern des Landkreises sollte nach einem Kompromiss gesucht werden, zumal der Platz und seine Begleiterscheinungen bisher zu keinen Schwierigkeiten und zu keiner Beeinträchtigung der Süßener Wasserfassung geführt hat. Jetzt muss sich die Gemeinde auf die Suche nach einer Ausweichmöglichkeit begeben. Ob sie erfolgreich sein wird?

Sehr schnell gehts wieder hinunter ins Tal (das neue Auto schluckt sehr viele Unebenheiten). Immer haben wir den 65 Meter hohen Kran, das Gerüst und den

T U R M   D E R   J O H A N N E S K I R C H E

vor Augen, der seit Ende 2003 nicht nur wegen seiner beherrschenden Lage im Mittelpunkt von vielen Diskussionen, Sitzungen, Veranstaltungen und Aktionen steht. Darüber wird eine eigene Dokumentation erstellt, die Ihnen, liebe Ehemalige, nach ihrem Erscheinen zugeht.

Für heute nur so viel: Der Turm muss mit einem Kostenaufwand von mehr als 550.000 Euro saniert werden. Die Arbeiten gestalten sich sehr aufwändig.

Schon im Mai war der Turm mit Hilfe von Hydrauliksprießen,

die eine Kraft von mehr als 60 Tonnen entwickelten, wieder ins Lot gebracht worden. Vor allem die eichene Achteckkonstruktion erfordert von den Handwerkern hohen Sachverstand. Alle hoffen zuversichtlich, dass die Arbeiten Ende November abgeschlossen sein werden.

Die Kosten müssen die Kirchengemeinde (1/6) und die bürgerlichen Gemeinde (5/6) aufbringen.

Ein äußerst schwieriges Unterfangen! Der Förderverein will beiden helfen und hat bis jetzt 125.000 Euro gesammelt.

Die Renovierung von Kugel, Kreuz und Hahn wird mit einer Altgoldsammlung finanziert.

Nachdem wir verschiedenen Baufahrzeugen Platz machen müssen setzen wir unsere Fahrt fort. Vorbei am

E V A N G E L I S C H E N   G E M  E I N D E H A U S ,

in dem die Lokale Agenda in unregelmäßigen Abständen und in Zusammenarbeit mit dem Cafe Soukup insbesondere für ältere Mitbürger ein Mittagessen anbietet, um eine zusätzliche Möglichkeit zu bieten, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Wir erinnern uns an das Schnapperfest, das seit 30 Jahren stattfindet und das auf eine Initiative von Hans Hitzer zurückgeht. Heuer waren wieder fast alle Vereine im Einsatz. Hans Windstoßer und Joachim Bühler entwickelten ein neues Konzept für einen neuen Termin und hatten – nach einer rechten Regenunterbrechung – den Erfolg auf ihrer Seite.

Wir passieren die neue Mitte und stehen vor der Ampel am Löwen prompt im Stau.

D I E    A U T O B A H N M A U T

hat zu immer mehr Schwer-
lastern auch auf der B 10 geführt.

Verkehrszählungen der Gemeinde im Juli ergaben eine Steigerung von mehr als 20%, wobei zunehmend Kennzeichen aus Luxemburg, Holland und dem gesamten Ostblock auffielen. Im Auftrag des Gemeinderats ging ein Hilferuf an Verkehrsminister Stolpe. Die Reaktion war aber „dürftig“.

Jetzt sind wir an der Reihe, und wir sind froh, dass unser Auto über einen ordentlichen Anzug verfügt, sonst hätte es uns fast wieder nicht gereicht. Wir wollen auf den Grünenberg.

Im Vorbeifahren schauen wir zur

Albvereinshütte.

Die Ortsgruppe feierte in diesem Jahr ihr 100jähriges Jubiläum mit Festabend, Maibaumaufstellung, Wanderung und Hüttenabend. Im Rahmen des Festabends erhielten Günter Hommel, Matthäus Honold, Jürgen Wimmer und Klaus Wimmer den Ehrenschild des Albvereins. Die Maibaumaufstellung war eine Gemeinschaftsveranstaltung mit der Musikkapelle und dem Liederkranz. Für Unterhaltung sorgten die Volkstanzgruppen aus Jebenhausen und Süßen, Schuhplattler aus Buching im Lechgau und Fahnenschwinger aus Neckartailfingen.

Der Weiler G R Ü N E N B E R G

gehört seit eh und jeh zu den bevorzugten Ausflugszielen weit über die Kreisgrenzen hinaus. Sicher auch ein Verdienst der guten Gastronomie. Außerdem kommen viele zum Reiten in die schöne Umgebung.

Vom Wasserhochbehälter haben wir einen beeindruckenden Blick ins Tal.

Jetzt machen wir uns auf den Weg, um dem Gebiet auf der anderen Seite der Fils einen Besuch abzustatten.

Erster Halt ist das   R A T H A U S.

Es ist seit langem – innen wie außen – der Mittelpunkt der Gemeinde.

Der Haushalt 2005 entwickelte sich etwas „rosiger“ als bisher und
ermöglichte eine positive Zuführung zum Vermögenshaushalt. Der Handlungsspielraum ist durch die Kreisumlage in Höhe von 43,1 % stark eingeschränkt. Der Schuldenstand beträgt 87,00 €/Einwohner für den Wasserversorgungsbetrieb. Im großen Kernhaushalt ist die Gemeinde schuldenfrei. Dies mit einer 1-jährigen Unterbrechung und schon seit 1991! In Bund und Land wäre man über eine solche Haushaltslage mehr als glücklich.

Fritz Frey und Gerd Grundheber erhielten für 30jährige ehrenamtliche Tätigkeit als Gemeinderat in einer Festsitzung die Goldene Ehrennadel des Württembergischen Gemeindetages.

Im Ratssaal tagt aber nicht nur der Gemeinderat. In ihm finden viele kulturelle Veranstaltungen statt: Vorträge, musikalische Beiträge, Lichtbildervorträge. 2005 waren dies u.a. eine Untersuchung von Dr.Gabriele von Trauchburg über die Hausnamen, Dia-Reisen mit Reinhold Richter und eine Einführung in die chinesische Medizin durch Dr. Markus Windstoßer.

Das Rathaus ist auch die „Heimat“ der sehr rührigen Volkshochschule unter der Leitung von Norbert Heinrich und Margit Hölscher. Neben den üblichen Fortbildungskursen organisierte sie Theaterbesuche in Stuttgart, Ebersbach, Bad Schussenried und Plüderhausen.

Die Ortsbücherei ist ein unverzichtbarer Aktivposten für die Bevölkerung. Wie ihre Leiterin Susanne Bühler berichtet, gibt es im Jahr 17.000 Ausleihungen. Dabei nehmen die elektronischen Medien und Sachbücher immer mehr an Bedeutung zu. Ein Computer mit Internetanschluss erfreut sich großer Beliebtheit bei den insgesamt 4.397 Einwohnern der Gemeinde (2.260 Frauen, 2.137 Männer).

Wenn auch der Jahresbericht der Polizei für die Gemeinde recht positiv ausgefallen ist, haben wir den Verlust des Polizeipostens noch nicht ganz „verkraftet“. Ob er die Machenschaften von dubiosen Teppich- und

Jackenhändlern, die ihre Waren zu überhöhten Preisen loswerden wollten, verhindert hätte, bleibt ungewiss. Für große Aufregung sorgte Ende Oktober ein dreister Einbruch in das Bekleidungshaus Hofmann in der Lindenstraße, bei dem die Diebe 50 Anzüge, Hemden, Pullover und Hosen im Wert von über 20.000 Euro erbeuteten. Bei einem Einkauf am Tag zuvor hatten sie die örtlichen Gegebenheiten erkundet und in der Umkleide ein Fenster entriegelt durch das sie in der Nacht unbemerkt einsteigen konnten.

Der Platz vor dem Rathaus, der 1993 angelegt wurde, gilt als begehrter Ausgangspunkt für Unternehmungen von Jahrgängen, Vereinen und Organisationen. Mindestens einmal heißt es im „Blättle“: „Abmarsch am Rathaus!“ (Wie z.B. am autofreien Sonntag bei der Wanderung der Aktion „Schöpfung bewahren“ zur Hürbelsbacher Kapelle, an der über 50 Personen teilnahmen.)

Wie in den Jahren zuvor lud der Musikverein im Juni zum Rathaushock auf dem Parkplatz und am Anfang der Brunnenstrasse ein. Einmal mehr zeigte die 55 (!) Musiker und Musikerinnen umfassende Kapelle ihr ausgefeiltes Können, das ihr auch mit einem „sehr gut“ beim Wertungsspiel des Musikverbandes Lech/Ammersee bestätigt wurde.

Am „Filseck“, in dem u.a. die Landfrauen einen Lehrgang zur Ausbildung von landwirtschaftlichen Familienbetreuerinnen begannen und der Skatclub „Schnapper 99“ die erste, in der Presse stark beachtete Skat-Kreismeisterschaft durchführte,

vorbei fahren wir nun weiter über die im leuchtende Herbstlaub erstrahlende Bahnhofstrasse zur

S A N K T   B A R B A R A   K I R C H E .

Ihr “Erbauer” Dekan und Pfarrer i.R. Otto Ascher feierte im Juli sein goldenes Priesterjubiläum. Der rüstige Endsiebziger gründete in seiner aktiven Zeit auch die Gruppe des Werkvolks (heute Katholische Arbeitnehmerbewegung). Selbst als Pensionär ist er als Betreuer von vakanten Pfarrstellen und als Krankheitsvertreter fast immer  - sonntags wie werktags - „auf Achse“. Nachdem die Glocken der Johanneskirche zur Zeit nicht geläutet werden können, übernimmt das Geläut der katholischen Kirche vor allem auch bei Beerdigungen diesen Dienst. Übrigens hat das Kirchlein der Neu-Apostolischen Glaubensgemeinschaft in der Austraße seine Pforten geschlossen.

Wiederholt diente der große Kirchenraum für Konzerte zu Gunsten des Fördervereins zur Erhaltung des Turms der Johanneskirche. Im Juli hieß es „Gingen goes Gospel“. 500 Besucher waren begeistert von den Darbietungen des jungen Chores „friends in music“ des Liederkranzes unter der Leitung von Gabriele Grabinger und professionell am Klavier begleitet von Peter Grabinger. Große Verdienste erwarb sich Horst Eberhardt am Zustandekommen eines Gemeinschaftskonzertes, dessen Erlös auch in die Finanzierung des Turms floss. Mit dabei waren die Chöre des Liederkranzes, der evangelische Kirchenchor, der katholische Kirchenchor und der Kinderchor des Blauen Kreuzes. Erwatungsgemäß war auch dabei die Kirche bis auf den letzten Platz besetzt und beim abschließenden, gemeinsam von den 170 „Aktiven“ und den Besuchern gesungenen „Großer Gott wir loben dich“ lief es vielen „kalt den Buckel hinunter“ und die Kirche schien in ihren Festen zu erbeben.

Im Vorbeigehen bewundern wir noch den Barfußpfad, den die Erzieherinnen-Gatten des Kindergartens St. Barbara errichteten.

Über den neuen Teil der Friedrichstraße  (Kanal und Belag) fahren wir zur (vorübergehend?) abgeschlossenen

B A U S T E L L E  A M   B A H N D A M M.

Am 8. Mai konnte die Strecke zwischen Gingen und Geislingen West wieder zweigleisig befahren werden, nachdem sich ein „ganzes Erdpaket samt Bewuchs in Bewegung gesetzt“ und den Bahndamm auf 30 m Länge beschädigt hatte.

Als Ursache werden viele Quellen im Hang vermutet. Es kam teilweise zu dramatischen Zugverspätungen, die schon auf den wechselnden Fahrplänen im Stuttgarter Hauptbahnhof angezeigt wurden. Omnibusse übernahmen zeitweise den Personentransport, der Güterverkehr musste weite Umwege in Kauf nehmen. Noch heute ist eine Langsamfahrstelle (Höchstgeschwindigkeit auch für ICE-Züge:40 km/h) eingerichtet. Beobachter aus dem Dorf vermuten, dass das Problem noch nicht endgültig gelöst ist.

Unsere Rundfahrt führt nun zur

G R U N D–   U N D   H A U P T S C H U L E,

die in diesem Jahr für 43.000 Euro eine Erweiterung der Gasheizung um einen zweiten Kessel erhielt und in der zwei Klassenzimmer „auf Vordermann gebracht wurden“.

im Juli berichtete Dr. Hermann Scheiring, der Rektor der Schule von insgesamt 292 Schülerinnen und Schülern. Aus der Klasse 4 wechselten 10 Jungen und Mädchen ins Gymnasium, 19 in die Realschule. 7 von 17 Entlassschülern der Klasse 9 waren „glücklich, einen Ausbildungsplatz gefunden zu haben.“ Sie hatten u.a. im Rahmen einer (neu eingeführten) Projektprüfung ihre Teamfähigkeit bewiesen.

Großen Anklang bei den Schülerinnen und Schülern fanden die Projekttage, bei denen sich u.a eine Gruppe dem Schulgarten und der Schulwiese widmete. 43 Jungen und Mädchen übten sich als Artisten und versuchten sich – teilweise zum ersten Mal - auf dem Einrad. Ein Trommel-Workshop vereinigte Interessenten aus dem ganzen Kreis in Gingen.

Die Schülerzahlen in der Hauptschule nehmen mittlerweile ständig ab. So gibt es in den Klassen 5, 6 und 7 nur noch 13, 10 und 12 Schüler. Die Übergänge in die weiterführenden Schulen (Realschule und Gymnasium) nehmen dagegen stetig zu

Nicht weit ist unser Weg zur

H O H E N S T E I N H A L L E

Hier musste nach einem Bakterienbefall das ganze Wasseraufbereitungssystem ausgetauscht, Fenster im Gymnastikraum ausgewechselt und für 8.000 Euro neue Sportgeräte angeschafft werden.

Sportlicher Höhepunkt in der Halle war zweifellos die wohl einmalige Erfolgsgeschichte der Handball–A–Jugend, die – seit Jahren (Jahrzehnten?) von Günther Elischer betreut - den Titel des 2. Süddeutschen und des ersten Baden–Württembergischen Hallenmeisters errang. Das begeisterte Publikum unterstützte die „Jungs“ lautstark.  Seit langem war die Halle mit fast 600 Zuschauern wieder einmal ausverkauft.

Ende Oktober beging die Abteilung ihr 75jähriges Bestehen, das sich zu einem Treffpunkt für Junge (siehe oben) und Alte (u.a. Württembergischer Feldhandballmeister 1962) entwickelte. Klaus Glocker, seit 1975 als Spieler, Trainer, Schiedsrichter und Funktionär für den Handball tätig, hat sich die im April in Donzdorf verliehene Ehrennadel des Deutschen Handballbundes sicher redlich verdient. Und noch zwei Personalien: Wolfgang Dorsch legte zum 40. Mal die Bedingungen für das Deutsche Sportabzeichen ab und die Geislinger Zeitung widmete Marlies Wiedemann einen 4-spalter mit der Überschrift: “Einzige Frau an der Spitze eines großen Sportvereins in der Region.“ .Michael Riegel und Wolfgang Donabauer versuchen mit viel Einsatz das Fußballerschiff auf Kurs zu halten.

Einen wahren Einbruch erlebten dagegen die Fußballer des Turnerbundes. Die komplette 1. Mannschaft verließ nämlich im Sommer den Verein. Nun dümpelt die Mannschaft in der Kreisliga B auf dem letzten Platz. Erfreulich dagegen die D-Jugendlichen des TB: sie schaffen nach Jahrzehnten  erstmals den Aufstieg in die Leistungsstaffen.

Die Jugend des Eichenkreuzes trainiert immer montags und schaffte den 3. Platz bei den Württembergischen Meisterschaften.

Die Zimmerstutzengesellschaft feierte im Juli ihr 100jähriges Bestehen. Fritz Frey und Karl Schnarrenberger erhielten für ihre Verdienste um den Verein das Kreisehrenzeichen in Gold. Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten gewannen die Reiterinnen und die Feuerwehr das 25. Vereinsschießen. Nachdem der Verein vor fast 100 Jahren das Kinderfest der Gemeinde ins Leben gerufen hat, lag es nur nahe, dem Jubilar auch die Durchführung dieser Traditionsveranstaltung, die selbst alle Kriegswirren überstanden hat, 2005 zu übertragen.

Thema des von den Kindergärten und der Schule gestalteten farbenprächtigen Festzuges waren die vier Jahreszeiten mit all ihren unterschiedlichen Facetten. Die Sonne meinte es – wie eigentlich immer – mit Akteuren und Besuchern sehr gut, so dass die Stimmung auf dem Platz vor der Hohensteinhalle einfach „stimmte“. Diakon Plura hielt eine sehr nachdenklich machende Schlussansprache und wurde damit dem Anspruch des Festes, sich von anderen – rein geselligen Veranstaltungen etwas abzuheben, vollkommen gerecht.

Die Halle ist natürlich auch Schauplatz zahlreicher anderer Veranstaltungen gewesen.

Das Spektrum reichte vom Benefizkonzert des Polizeimusikkorps Baden-Württemberg  („Excellenter Sound für einen sozialen Zweck“ mit Verlosung einer Berlinfahrt für 2 Personen, gestiftet von MdB Walter Riester) über Konzerte der „Glorreichen 6“ und „Herrn Stumpfes Zieh- und Zupfkapelle“ bis zu einem Theaterabend des SV Aufhausen „Liebe und Blechschaden.“

Höhepunkt der Veranstaltungsreihe in der Hohensteinhalle war in diesem Jahr unbestritten die Verleihung des Ehrenbürgerrechts an Hans Wimmer. Er ist damit in der langen Geschichte der Gemeinde – soweit bekannt -  der erste und einzige Ehrenbürger der Gemeinde. In einer wunderschönen Feierstunde in der sehr festlich dekorierten Hohensteinhalle wohnten rund 500 Besucher der Verleihung bei. Viele Menschen sowie Vereine und Organisationen erwiesen dabei Hans Wimmer die Ehre. Für ein erstklassiges Buffet sorgten bei dieser Feierstunde die Gingener Landfrauen unter der Regie von Erika Preßmar.

Auf der Fahrt zurück zum Ausgangspunkt kommen wir am evangelischen Kindergarten mit seinem gepflegten Garten vorbei und halten noch vor dem Haus des Krankenpflegevereins. Im Untergeschoß sind Jugendräume untergebracht, die von den Jugendlichen in Eigenarbeit renoviert wurden. Die Gemeinde betreibt dieses Jugendhaus mit Sozialarbeitern der Gustav-Werner-Stiftung. Aufmerksamkeit erregte die in Zusammenarbeit mit dem Jugendhaus Kuchen durchgeführte Aktionswoche mit Angeboten zum Klettern und Schwimmen.

Dem Krankenpflegeverein, dem seit einigen Jahren Margret Keller vorsteht, gehören aktuell 618 Mitglieder an. 38 Nachbarschaftshelferinnen sind im Einsatz und helfen, wo Hilfe erwünscht und notwendig ist. 2006 wird der Verein 100 Jahre alt. Im Vorgriff auf das Jubiläum und um den geänderten Bedingungen Rechnung zu tragen baute er zwei Monate lang sein Haus um und gestaltete die Räume neu.

Auf dem Hof vor dem Feuerwehrhaus bringen gerade die Aktiven ihre Auto und Geräte in Ordnung. Sie waren bei der sehr gelobten Hauptübung im Einsatz, die auf dem Gelände der Firma Leonhardt in der Friedrichstrasse stattgefunden hat. Jungfeuerwehrleute, die regelmäßig ihre Übungen absolvieren („Früh übt sich… „) schauen interessiert zu. Sie waren auch beim Zelten auf der Kuchalb.

Damit, liebe Ehemalige, sind wir am Ende unseres Berichts über das Jahr 2005.Wir, das waren und sind (in alphabetischer Reihenfolge):

Wilhelm Preßmar,
als Fahrer, Insider, Gemeinderat und Bauhofleiter,

Lothar Schober,
Bürgermeister und Ideengeber sowie

Hans Wimmer,
Schreiberling und Fotograf.

Wir wollten mit diesen Zeilen Ihnen einen Überblick zu den Geschehnissen im Jahr 2005 in unserer und Ihrer Heimatgemeinde geben.

Wenn wir Ihnen damit eine kleine Freude gemacht haben, dann haben wir unser erstes Ziel erreicht. Wir wollen mit dem Heimatbrief aber auch die Verbundenheit zwischen Ihnen und uns pflegen, die nach unserer Einschätzung ein wenig zu mehr Lebensqualität beiträgt.

Für 2006 wünschen wir Ihnen (und natürlich auch uns) Gesundheit und Wohlergehen. Schließen möchten wir mit dem (etwas abgewandelten Motto) der gegenwärtigen Deutschland – Kampagne:

DU    bist Deutschland,

DU    bist Baden-Württemberg,

DU    bist Gingen,

          vielleicht auch (ehemaliger)

          „Schnapper“,

WIR  sind alle füreinander verantwort-

         lich und

WIR  brauchen einander alle.

Sterbefälle:

04.12.2004:   Regina Walter, Pfarrstr. 33

08.12.2004:   Gertrud Voß geb. Bednarek, Grünenberger Str. 14/1

11.12.2004:   Renate Rings, Hindenburgstr. 88

20.01.2005:   Elsa Bauer geb. Sauer, Ulmenweg 6

28.01.2005:   Günther Sponar, Bahnhofstr. 55

11.02.2005:   Otto Weinthaler, Bahnhofstr. 70

16.02.2005:   Karl-Heinz Wildbrett, Große Gasse 4

24.02.2005:   Wilhelm Haug, Friedrichstr. 36

19.03.2005:   Rasit Uzun, Am Teilweg 7

06.04.2005:   Helene Becker geb. Reigrotzki, Bahnhofstr. 32

10.04.2005:   Annette Frick geb. Oßwald, Hindenburgstr. 110

08.05.2005:   Peter Wilhelm, Im Barbaragarten 36

14.05.2005:   Irene Krebes geb. Polonyi, Filsstr. 49

16.05.2005:   Karl Fetzer, Donzdorfer Str. 17

13.06.2005:   Elfriede Meier geb. Martinitz, Am Mühlbach 39

08.07.2005:   Karl Steck, Hölderlinweg 4

10.07.2005:   Hans Rösch, Im Barbaragarten 37

17.07.2005:   Hans Vonau, Karlstr. 28

17.07.2005:   Elli Schwemer geb. Koepke, Lindenstr. 22

05.08.2005:   Anton Kubon, Am Teilweg 11

17.08.2005:   Ida Arnold geb. Haselsteiner, Filsstr. 35

10.09.2005:   Hermann Gantner, Bahnhofstr. 8

23.09.2005:   Ilse Löffler geb. Krach, Grabenstr. 52

23.09.2005:   Hanni Blöchinger geb. Fuchs, Eichendorffstr. 11

24.09.2005:   Ernst Fetzer, Schulstr. 15

02.10.2005:   Herta Fetzer geb. Feist, Hindenburgstr. 161

09.10.2005:   Jakob Dil, Hindenburgstr. 138

12.10.2005:   Frida Eisele geb. Schmidt, Austr. 9

14.10.2005:   Hermine Bader geb. Rau, Lindenstr. 17

21.10.2005:   Karl Willy Fischer, Liststr. 9

24.10.2005:   Anna Hofmann geb. Preßmar, Lindenstr. 38

07.11.2005:   Ernst Fetzer, Hindenburgstr. 107

10.11.2005:   Herta Grapentin geb. Herzberg, Große Gasse 8