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Blick zurück I
Lebensmittel gibt es für viele heute nur noch beim Penny oder in den
umliegenden Einkaufzentren.
Es ist aber noch gar nicht so lange her, da gab es auch die Irene, die Molke,
Frau Koch. Eine Gruppe etwas älterer Mitbürgerinnen und Mitbürger hat bei
verschiedenen Gesprächen festgestellt, dass es nach dem Zweiten Weltkrieg
(manche davor, manche nicht zur gleichen Zeit) mindestens 15
Lebensmittelgeschäfte in Gingen gegeben hat. Wer erinnert sich noch an die
Simone, deren Spezialität der Bärendreck war, an die Kolonialwaren der Schalla
Marie, oder an Obst und Gemüse der Hommel Marie ?
Unter dem (Arbeits-)Titel Handel, Handwerk und Industrie suchen
wir Bilddokumente jeder Art, die wir im Mitteilungsblatt veröffentlichen und
eventuell zu einer Broschüre zusammenfassen wollen, um so die ehemaligen
Betriebe vor der Vergessenheit zu bewahren.
Wenn Sie uns unterstützen können, bitten wir um eine kurzfristige Überlassung
der Bilder. Moderne Technik macht eine Speicherung in sehr kurzer Zeit
möglich.
Über eine positive Resonanz freut man sich auf dem Rathaus (Zimmer 17 ) oder
bei Hans Wimmer, Birkenweg 11, Tel. 07162/6240.
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Blick zurück II
Unterböhringen und Eschenbach (z.B.) sind heute noch stolz auf ihre
öffentlichen Backhäuser. Keinem der Teilnehmer an der „Erinnerungsrunde“ war
eine solche Einrichtung in Gingen „präsent“. Sie erinnerten sich aber an die
„Sahrale“ vom Süßbäck, an den Hommelbäck, den Kegelbäck. an den Nuibäck, an den
Pfarrbäck, an den Sonnabäck, an den Grabenbäck, an den Nießbäck, an den
Dromannsbäck, an den Kliensmann und an das Cafe (und Bäckerei) Leuze. Unser Bild
zeigt als 2. von links die „Chefin“, die nach dem Tod des Gatten die Bäckerei
auch während des Zweiten Weltkrieges mit Unterstützung ihrer Töchter
weiterführte.
Unter den (Arbeits-)Titel Handel, Handwerk und Industrie suchen wir
Bilddokumente, die wir im Mitteilungsblatt veröffentlichen und eventuell zu
einer Broschüre zusammenfassen wollen, um so die ehemaligen Betriebe vor der
Vergessenheit zu bewahren.
Wenn Sie uns unterstützen können, bitten wir um eine kurzfristige Überlassung
der Bilder. Moderne Technik macht eine Speicherung in sehr kurzer Zeit
möglich.
Über eine positive Resonanz freut man sich auf dem Rathaus (Zimmer 17)
oder bei Hans Wimmer, Birkenweg 11, Tel 07162/6240
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Blick zurück III

Gleich zwei Themen behandelt unser heutiges Bild aus dem Jahr 1936 , das von
Ursel Russ zur Verfügung gestellt wurde: Stolz präsentiert sich der Krautbauer
Karl Mack, der mit Pferd und Wagen (man beachte dessen „Qualität“!) regelmäßig
von den Fildern nach Gingen gekommen ist und viele Kunden mit seinem
„Fiiilderkraut“ (so hat er mit Glocke und Ruf auf sein Angebot aufmerksam
gemacht) versorgt hat. Neben dem Pferd sind die Wirtsleute Hornberger zu
erkennen, deren Lokal nicht nur Treffpunkt für viele „Einheimische“ sondern auch
– Dank des „Saalbaues“ -kulturelle Mitte der Gemeinde war.
Neben den heute noch geöffneten Gasthäusern erinnern sich viele sicher noch
an den Deutschen Kaiser, den Ochsen, den Hirsch, die Ilge, den „Molle“, manche
an die Germania, die „Hohe Schule“ oder die „Erfrischungshalle“ am Bahnhof.
Zur Dokumentation suchen wir noch Bilder, die einen Zusammenhang zu den
Gingener Gaststätten herstellen. „Kruschteln“ Sie doch einmal!
Wir freuen uns über jede Hilfe: Rathaus – Zimmer 17; Hans Wimmer, Birkenweg
11.
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Blick zurück IV
Die Landwirtschaft war über Jahrhunderte hinweg wichtigste
Lebensgrundlage für die meisten Bewohner der Gemeinde. Deshalb nahmen bäuerliche
Betriebe bei den „Erinnerungsgesprächen“ eine ganz herausragende Rolle ein.
Genannt wurden dabei (u.a.!!) der Soiler, der Häfner, der Gsälzer, der Hofbauer,
der Schades Emme, der Gässle, der Bachbauer, …- also alles Bezeichnungen die mit
den eigentlichen Familiennamen nichts zu tun haben. Dass viele heute noch den
Milchhändler, den Bächlesbauer oder den Fuhrma … (usw !!.) kennen, beweist
Anerkennung und Respekt, den sich diese Personen erworben
haben.
Nach oben
Blick zurück V
„Der nächste Winter kommt bestimmt“
so lautet eine Binsenweisheit, die zu einem wirksamen Werbeslogan der
Brennstoffhändler wurde. Zunächst war es das Holz, das für die dringend
erforderliche Wärme sorgte, und das durch Aktionen in den Wäldern (Sammlung oder
Stumpenroden) , durch den Kauf eines „Schlages“, aber auch durch Aufbewahrung
von allem Brennbaren beschafft wurde. In den Anfängen wurden diese Bemühungen
nur ergänzt durch ortsansässige Kohlenhändler. Wer erinnert sich noch an den
„Kohlen – Laux“, der sein Lager in der Schillerstraße hatte und der mit seinem
dreiräderigen Lieferwagen seine Kunden versorgte – wenn sie nicht, um Kosten zu
sparen, Briketts und Eierkohlen selbst ab Wagon vom Bahnhof
abholten.
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Blick zurück (13) +Blick zurück (14)
LANDJÄGER KARL HUGO ERNST
hat auf den ersten, oberflächlichen Blick nur wenig mit unserem Thema
„Handel, Handwerk und Industrie“ zu tun. Aber es ist unwidersprochen, dass er
für die öffentliche Ordnung und Sicherheit der örtlichen Wirtschaft
(mit-)verantwortlich war. – Auch bei der Einhaltung der damals streng
überwachten Sperrstunden.
1926 wurde die Landjägernebenstelle von Kuchen nach Gingen verlegt, wohl
auch, weil hier in der Karlstraße 320 (erst ab 1940 Karlstraße 7!) ein mit
Unterstützung der bürgerlichen Gemeinde errichtetes „Landjäger – Wohngebäude“
zur Verfügung stand. Den Dienstposten erhielt Oberlandjäger Karl Hugo Ernst. Er
war seit 1911 Landjäger in Kuchen, erhielt für „vorzügliche Dienstleistungen“
1914, 1916 und 1919/21 diverse Auszeichnungen bzw. „Geldbelohnungen“ und
avancierte 1921 zum Oberlandjäger.
1935 trat die Landjäger –„Legende“ in den Ruhestand und zog in das inzwischen
käuflich erworbene Haus Schillerstraße 17. Noch heute ist man dort „beim
Landjäger“.
(Herzlichen Dank an Manfred Luipold, dem Betreuer des Polizeimuseums
Göppingen und an Erwin Ernst für die Überlassung des Fotos.)
Blick zurück (14)
Mehr als 10 holzverarbeitende Betriebe, die im Ort „zuhause“ waren,
veranlaßten die Bewohner der Nachbargemeinden, die Gingener scherzhaft auch als
„Holzwürmer“ zu bezeichnen. Zu den größten gehörten die Holzwarenfabriken
Bader(bis 1983), Bass(bis 1956) (Katzung – bis 1975)), Hitzer (bis 1980)
und Hofmann, die sich vor allem auf die Kochlöffelproduktion spezialisiert
hatten. Dazu kamen einige, die ihr Handwerk „zunächst nach Feierabend“ betrieben
haben und anschließend zum Vollerwerb übergingen. Ihr Schwerpunkt lag auch auf
den Gebieten des Drehens und Drechselns Hergestellt wurden dabei -
wie unsere von Lothar Bicheler zur Verfügung gestellten Bilder beweisen - z. B.
Teller, Dosen und Spielwaren.
Übrigens: Wir suchen weiterhin Bilder zum Themenkreis (ehemalige(r)
HANDEL; HANDWERK UND INDUSTRIE in der Gemeinde Gingen. Über jede Unterstützung
freut man sich auf dem Rathaus (Zimmer 17) und bei H.Wimmer, Birkenweg
11.
Nach oben
Blich zurück 15 und 16
Blick zurück (15)
Über die Grenzen der Gemeinde hinaus bekannt war Wilhelm Frech, Sattler und
Tapezier als Hersteller von Kummets für Pferde, Ochsen und Kühe. Das von Frau
Hildegard Brucker zur Verfügung gestellte Bild zeigt die Handwerkerfamilie vor
ihrem stattlichen Haus in der Hauptstraße. Gut zu erkennen das zum Abtransport
bereitgestellte , in der eigenen Werkstatt gefertigte Sofa. Vor der Scheuer ein
Mädchen mit einem Seegraszopf für die Polsterungen aller Art.. Haus und Personen
stehen hinter dem Wassergraben, der die ganze Hauptstraße entlang führte.
Blick zurück (16)
„Am Schaffa ischt no koiner geschtorba“ das stellte – wie viele andere
unserer Vorfahren -Georg Gröner, der weithin bekannte Gingener
„Limonader“ anläßlich seines 80. Geburtstages 1966 fest. Ihn hatte es aus
Söhnstetten nach Gingen gezogen, wo er in Anlehnung an die Volksweisheit „Essen
und trinken hält Leib und Seele zusammen“ ein Mineralwasser- und
Limonadengeschäft begann. In seinem Betrieb in der Großen Gasse füllte er an
speziellen „Abfülltagen“ Tausende von Flaschen ab, die der damaligen
Technik entsprechend von Hand verschlossen wurden. Noch 1956 belieferte er mit
seinem Pferdewagen die Kundschaft – auch bis nach Süßen und Salach. Unsere von
Frau Bäumler zur Verfügung gestellten Bilder zeigen den hochbetagten „Limonader“
und den ersten LKW, der das Pferdefuhrwerk ablöste.
Nach oben
Blick zurück (19) + Blick zurück (18)
Blick zurück (19)
Gleich für mehrere Entwicklungen des Gingener Wirtschaftslebens steht unser
heutiges Bild, das uns vom „Küfer Karl“ (Karl Pressmar) zur Verfügung
gestellt wurde. Die Aufnahme stammt aus den Jahren 1927 oder 1928 und zeigt
zunächst eine der ca. 100 „landwirtschaftlichen Stellen“, die unseren Vorfahren
Arbeit und Brot gaben. Typisch die Architektur des ehemaligen Gebäudes an der
Einmündung der Froschgasse in die Filsstraße (heute Standort der
Wertstoffcontainer): Stallungen im Erdgeschoß; Dunglege direkt vor dem Haus;
Wohnbereich (auch geheizt auch durch die Stallwärme) im ersten Stock. Weil die
bäuerlichen Einkünfte nur ein sehr bescheidenes Leben ermöglichten, versuchten
die meisten Bauern ihr Budget durch zusätzliche Einkünfte aufzubessern. Karl
Pressmar sen.sen. wurde Küfer und fertigte bis zu seinem Tod 1931 - auch
begünstigt durch die Möglichkeiten, die der unmittelbar vorbei fließende
Mühlbach bot - Fässer und besorgte in Lohnarbeit den entsprechenden
„Kundendienst“ ((Reinigung, Schwefelung, Ausbesserung der Fässer). Zusammen
mit der ebenfalls angeschlossenen Brennerei siedelte die Familie Pressmar
1957/58 an den Dorfrand an der Donzdorfer Straße aus. Das alte Haus wurde
verkauft und in den 60er Jahren abgebrochen. – Aber: In der Donzdorfer Straße
ist „man“ bis heute noch „beim/der Küfer Karl.“ Und „man“ ist zurecht
stolz darauf.
Blick zurück (18)
Bis zu 15 Geschäfte gab es in Gingen, die unter den Bezeichnungen
Lebensmittel, Gemischtes Warengeschäft, Kolonialwaren oder Gemischtwaren Artikel
des täglichen Bedarfs anboten. Offenes Sauerkraut wurde aus dem Faß,
Bohnenkaffee 25g – weise, Mehl, Zucker und Bonbons frisch abgewogen, Bier
flaschenweise, Eier aus dem Wasserglas, Essig und Öl portioniert aus größeren
Behältern, aber auch Schuhcreme, Bürsten und Waschmittel, Zahnpasta neben
Schürzen und Strümpfen verkauft. Es geht die Mär, dass kurz nach dem Ende des
Zweiten Weltkriegs eine Frau zum Einkaufen kam und stolz feststellte: „Ich hätte
gern eine Zahnbürste, dann haben wir jeder eine eigene!“ Unser
heutiges Bild – zur Verfügung gestellt von Klaus Wimmer, zeigt die Fassade von
„Lebensmittel H. & H. Wimmer“ in der Großen Gasse 12. Vermietet von den
„Hamburgers Mädle“, Töchter des Metzgermeisters Fetzer, der als Hamburger
Metzger den ganz „alten“ Gingenern noch in Erinnerung ist.
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Blick zurück (22) und (23)
Blick zurück (22)
Die Kombination Landwirtschaft und Gastwirtschaft galt auch für die
Familie Walter und "ihre" Ilge. Allerdings war man dort stolz auf
die prächtigen Ochsengespanne, die die Arbeit auf dem Feld wirkungsvoll
unterstützten. In landwirtschaftlichen "Ruhezeiten" saß der Senior am Fügbock
und bearbeitete Holz für die unterschiedlichsten Zwecke (Stiele für die
Handgeräte zur Feldarbeit, gelegentlich auch Schindeln und Holzstreifen zur
Abdichtung der Dachplatten) . Der letzte Besitzer war außerdem ein versierter
Baumwart, der seine Ausbildung an der Akademie Hohenheim
erhielt. Nicht ohne Stolz berichtete er von seinen Zugfahrten in die
Landeshauptstadt und von der Genügsamkeit, die das Leben unmittelbar nach dem
Zweiten Weltkrieg auszeichnete: " A paar Zwetschga in dr Kitteltasch oder
au a Apfel waret d`Verpflegung für de ganza Tag." Später wurde das Haus
umgebaut, die Wirtschaft nur "ganz nebenher" betrieben. Bis zu seinem Tod war
der Ilgenwirt aber ein Bauer mit Leib und Seele.
Herzlichen Dank
an Elisabeth Häfele, die die Bilder "gerettet" hat.
Blick zurück (23)
Wie viele Handwerker begann Wilhelm Marchthaler zunächst "nach Feierabend"
(so in seiner offiziellen Gewerbeanmeldung) in der Lindenstraße mit Reparatur
und Handel von Fahrrädern. Ab 1930 betrieb er das Geschäft mit Adler-, NSU- und
später mit Hercules - Produkten hauptberuflich . In der "Saison" standen
erst 10, später 15 und 25 Räder zur Auswahl bereit. (Heute hat Enkel Gerd über
500 im Angebot). Ersatzteile holte er mit dem Zug und im Rucksack direkt
vom Hersteller aus Ludwigsburg. Nach der Meisterprüfung zum Schlosser wurde eine
mechánische Werkstatt angegliedert, die als zuverlässiger Zulieferer für die
Firmen Heinkel (Kuchen) und Allgaier (Uhingen) hauptsächlich Hydraulikartikel
herstellte.
Unsere Bilder zeigen die "Keimzelle" der Firma (Bild
1), die in den Folgejahren wiederholt umgebaut und erweitert wurde. (Bild 2 als
"Kulisse" einer Aufnahme von einem Kinderfest) Mit seinem englischen AES
Motorrad beteiligte sich der Firmengründer in den 30er Jahren an einem
Kinderfest und warb erfolgreich mit einem Rad fahrenden Stoffbär für seinen
Betrieb.(Bild 3) !954 wurde die Firma unter dem Nachfolger Willi
Marchthaler mit einer neuen, leistungsfähigen Drehbank ausgestattet. Aus
heutiger Sicht sicher interessant die Hebetechnik (Stemmeisen, Holzdielen und
Eisenrollen) mit der die schwere Maschine an Ort und Stelle gebracht
wurde.
Herzlichen Dank an Willi und Gertrud Marchtnaler sowie Karl
Schnarrenberger für Bilder und Informationen.
Nach oben
Blick zurück 24 und 26
Blick zurück (24)
Lehrer Karl Wiedemann schreibt in einer Festschrift des
Männergesangvereins Liederkranz 1951 zum Thema "Handel , Handwerk und Industrie"
: "Auf dieser Ortsseite (rechts der Fils) stehen auch die industriellen
Betriebe, voran die Hornbesteck- und Kunststofffabrik Johannes Buchsteiner, mit
etwa 220 Arbeitern die größte Fabrik ihrer Art in Deutschland, die
Holzwarenfabrik von Albert Bader und die Betriebe gleicher Art von Hitzer, Bass
und Hofmann. Neuerdings tritt das Textilunternehmen Trostel hinzu. Der oberhalb
des Ortes abgezweigte Mühlbach treibt die Mezger`und Schall´schen Mühlen und das
Elektrizitätswerk von Fritz Bischoff. Verhältnismäßig groß ist die Zahl der
Gasthäuser und Wirtschaften, unter denen Lamm und Löwen die ältesten sind und
eine Jahrhunderte alte Gerechtsame (Betriebserlaubnis) haben."
Einige
Anzeigen aus der gleichen Festschrift (zur Verfügung gestellt von Frau Elisabeth
Häfele) sollen an Betriebe aus dieser Zeit erinnern:



(Holzwarenfabrik Bader, Elektrizitätswerk Gingen, Mezger´sche
Mühle)
Interessant sicher auch:

Blick zurück (26)
Auf eine lange Tradition konnte das Gipsergeschäft Herrlinger und
Fetzer zurückblicken, das seine Geschäftsräume in der Bahnhofstraße 275 ,
später 33, hatte. Unser Abdruck eines Rechnungsformulars (interessant der
Hinweis auf das Konto bei der "Gewerbebank Gingen" ohne Kontonummer) informiert
über die Arbeiten, die angeboten wurden.
Jakob
Herrlinger betrieb das "Geschäft" schon in der 3. Generation, als Eugen
Fetzer ("Schneider - Eugen" - der Vater war Schneider) sein
Geschäftspartner wurde. Unser Bild zeigt das Gebäude in der Bahnhofstraße. In
der Haustüre Partner Fetzer. Speiswannen und Gerüststangen am rechten Bildrand
weisen auf den Handwerksbetrieb hin. Die Kooperation bestand bis 1950. Eugen
Fetzer verlegte dann seinen Betriebssitz in die Große Gasse, wo sein Neffe
Eugen Schnarrenberger ("Äxtle") zunächst Mitarbeiter, später Nachfolger
wurde.
Übrigens: Dietrich Herrlinger, Vater von Jakob, war
nicht nur Gipser. Gemauerte Bassins im Keller des Hauses Bahnhofstraße erinnern
noch heute an die dort ebenfalls beheimatete Korbflechterei. In den
Wannen wurden Weiden gelagert und geschmeidig gemacht.
Herzlichen Dank an
Dietrich Braun für Informationen und Bilder, an Eugen Schnarrenberger für
ergänzende Details.
Nachsatz: Die Namen Herrlinger,
Fetzer und Schnarrenberger sind in Gingen ja relativ häufig, oft gab
(gibt) es die gleichen Vornamen. Die verwendeten "Hausnamen" dienten in der
Vergangenheit vielen zur leichteren Identifizierung der Personen (und werden
heute als Ausdruck einer langen örtlichen Tradition bewertet).
Nach oben
Blick zurück 27 und 28
Blick zurück (28)
Frau Suse Mutschler aus Mühlhausen i.T. hat "gekruschtelt" und uns
freundlicherweise einen sehr interessanten "Gruß aus Gingen" aus dem Jahr
1902 zur Verfügung gestellt, der in drei der Einzelbilder ausgezeichnet zu
unserem Thema (ehemalige/r) "Handel, Handwerk und Industrie in unserer Gemeinde"
passt.

Das Bild im linken oberen Eck zeigt das für seine Zeit
äußerst repräsentative "königliche Postamt" an der Filsbrücke und (ganz
klein dahinter) - auf der anderen Seite der Fils - das 1872 bezogene
"neue" Schulhaus.
Darunter das "Bad Hohenstein", - 1896 neu erbaut - in
dem Frau Kreszentia Riek "Kräuterbäder und gewöhnliche Bäder zu jeder Tageszeit"
abgab. In einem "Nachtbuch" sind Besucher aus Ulm, Stuttgart, aus Dresden und
Berlin, aus Österreich und England vermerkt. Wiederholt zählte der Bildhauer
Eberhard Fischer aus New York zu den Gästen; genauso wie Musikanten,
Schultheißen, Kaufmänner, Rechtsanwälte, Fabrikanten und eine
Gipsermeistersehefrau.
Peter Villforth war der Besitzer von Brauerei und
Gasthof zum Lamm an der Hauptstraße (davor das jetzt renovierte Haus Matzke an
der Einmündung der Großen Gasse). Zu der Wirtschaft gehörte im rückwärtigen Teil
des Geländes die einzige Kegelbahn der Gemeinde. Sie war natürlich noch nicht
"automatisch". Jungen ("Kegelbuba") übernahmen das Aufstellen der Kegel und
verdienten sich ein Taschengeld, wenn die unterschiedlichsten Clubs ihrem
Freizeitvergnügen nachgingen.
Die abgebildete Turnhalle gehörte den
"Freien Turnern" und stand (damals am Ende) der Grabenstraße. Nachdem der Verein
das Gebäude finanziell nicht mehr halten konnte, wurde es zu einem
landwirtschaftlichen Anwesen (Kreidenweiß). Heute ist das Gelände mit der großen
Wohnanlage überbaut.
Blick zurück (27)
Über Jahre, Jahrzehnte, ja sogar Jahrhunderte und damit Generationen hinweg
war der "Konditor" eine Institution in der Gemeinde. In den Jahren
1871/72/ 73 übernahm der Konditor Schurr das alte Schulgebäude in
der Pfarrstraße am zentral gelegenen Kirchplatz und richtete die entsprechenden
Geschäftsräume ein. Unsere Postkarte aus dem Jahr 1911 (zur Verfügung gestellt
von Rudi Ziegler und einer eigenen Kommentierung wert!) zeigt am rechten unteren
Bildrand das umgewidmete Haus. Später übernahm Paul
Hinderer den Betrieb und firmierte über viele Jahre hinweg noch als
"Schurr´s Nachfolger". Mit Fleiß und Umsicht baute er das
Angebot kontinuierlich aus. Manche werden sich noch an die in den
Werkstattfenstern ausgestellten roten Zuckerhasen und an die über die
Gemeindegrenzen hinaus bekannten Spitzwegerichbonbon "aus eigener
Produktion" erinnern. Nicht wenige Kinder verdienten sich durch das Sammeln der
Blätter dieser Heilpflanze ein kleines "Zubrot". Bis 2004 führte Tochter
Irene das "Gemischte Warengeschäft" weiter. Durch ihr umfassendes
Warenangebot - es gab alles für Körper und Geist , aber auch für Haus und
Haushalt -mehr noch durch ihre menschliche Offenheit wurde sie selbst
zu einer geachteten Persönlichkeit. Günter Hommel hat Laden
und Besitzerin noch rechtzeitig fotografiert.



Nach oben
Blick zurück 29 und 30
Blick zurück (30)

Aus dem Jahr 1910 stammt die Aufnahme des Bäumles - Metzgers, der - wie das
Foto beweist - damals und bis 1925 auch eine Landwirtschaft betrieb. In die noch
erkennbare Scheune wurde später der Kühlraum eingebaut. Vor dem Haus stehen
viele Fetzer´s (v.L.): Jakob Fetzer, Katharina Fetzer, August Raith aus
Ditzingen, Pauline Fetzer, Anna Fetzer, Eva Fetzer, Wilhelm Fetzer, Georg Fetzer
(?). Gut drei Dutzend Familien "Fetzer" hat es in Gingen gegeben;
drei davon gingen den Metzger - Handwerk nach. Da lag es nur nahe, die
Akazienbäume (?) vor dem Geschäft zur besseren Unterscheidung zu nutzen und die
Fetzer´s in der Pfarrstraße zum "Bäumles - Metzger" zu machen. Der letzte Fetzer
aus dem "Bäumle" wurde in den 70er Jahren Lehrer an der Paul Kerschensteiner -
Schule in Bad Überkingen, - blieb aber auch in seiner neuen Funktion immer
der "Bäumles - Metzger". Der Betrieb wurde von Familie Ziegler übernommen.
Er blieb bis 2000 der Bäumles - Metzger, der für die Qualität seiner Fleisch-
und Wurstwaren weithin bekannt war. Und heute: Selbst wenn Hochwasserschutztüren
im Schaufenster ausgestellt werden, trifft man sich vor dem "Bäumles -
Metzger".
Lisa Fetzer hat gesucht und gefunden. Herzlichen Dank
dafür.
Blick zurück (29)
Aus dem Jahr 1949 stammt der Blick vom Gasthaus Rössle über die Hintere Gasse
bis vor zur Großen Gasse.

Neben dem sehr "dürftigen" Ausbau der Straße zeigt er auch Zeugen für unser
Thema (ehemaliger) Handel, Handwerk und Industrie in unserer Gemeinde:
Unter dem Kirchturm - am Anfang der Gasse - erkennt man das "Stammhaus" von
"Limonader" Gröner, rechts daneben den Giebel das Gasthauses "Germania" und
schließlich die Fassade der Bäckerei Russ/Schall, die bei vielen als der
"Nuibäck" noch in Erinnerung ist. Als der Großvater der letzten
Besitzerfamilie 1862 seine Werkstatt eröffnete, galt er als "neuer Bäcker". Bis
1963 wurde sie verantwortlich von Karl Russ betrieben und in dem
Mitte der 20er Jahre eingebauten Holzbackofen erhielten u. a. die "Roten" oder
auch "Katholischen" (weil mit Wasser eingenetzten) Wecken ihr unnachahmliches
Aroma und den charakteristischen Geschmack. Bis 1992, als die Nachfolger Anna
und Hans Schall (auf Bild 2 mit einer Auswahl ihres Angebotes) den
Betrieb schlossen, kamen die Kunden auch aus Orten in der näheren und
weiteren Umgebung immer noch zum "Nuibäck" und die Produkte galten bis
dahin als beliebtes "Mitbringsel" bei vielen Ehemaligen.

Herzlichen Dank an Karl Schnarrenberger und Eberhardt Renftle
für die Überlassung der Fotografien.
Übrigens: Wir suchen weiter Bilder und andere Dokumente
zu unserem Thema (ehemaliger) Handel,Handwerk und Industrie in unserer Gemeinde.
Können Sie uns nicht auch helfen ? - Man freut sich über jede Unterstützung im
Rathaus (Zimmer 17) und bei Hans Wimmer, Birkenweg
11.
Nach oben
Blick zurück 31, 32 und 33
Blick zurück (31)
Insgesamt drei Mühlen nutzten die Wasserkraft, die durch den von der Fils
abgezweigten "Graben" durch die Gemeinde geleitet wurde. Heute
erinnern lediglich die Straßennamen Graben und Grabenstraße an den
künstlich angelegten Bach, der manchen noch in Erinnerung ist. Ganz Mutige haben
darin gebadet; viele haben ihn mit Hilfe einer Stange, die besonders Guten "ganz
ohne" übersprungen. Die "Untere Mühle" existierte bis 1960 und wurde
von Müller Fritz Niebel betreut, der sie 1951 von Johannes Schall übernommen
hatte. Über die Ölmühle, die Johannes Pressmar an der Einmündung der
(heutigen) Uferstraße in die Bahnhofstraße betrieb, ist wenig bekannt. Nur
die hinter der ehemaligen Post befindliche Scheuer wird noch heute von den
alteingesessenen Bewohnern als "Ölmühle - Scheuer" bezeichnet. Als der letzte
Müllermeister Alfred Fimpel 1999 in Rente ging, endete auch die lange
Tradition der "Oberen Mühle". die als "Kunst- und Lohnmühle Gebrüder Mezger"
firmierte. Sie war d e r Ansprechpartner für Bauern aus Gingen und
vielen umliegenden Orten. Kunden kamen u.a. aus Schlat, Süßen, Eislingen,
Böhringen - aber auch von der Alb bis nach Schakstetten, Lonsee und Urspring.
Von ihnen wurde ein Teil des Getreides zur eigenen Vermarktung übernommen, ein
anderer Teil konnte von den Bauern "auf Lager" gegeben und bei Bedarf für
den eigenen Verbrauch abgerufen werden (Deshalb. Lohnmühle). Als ("natürliche")
Mühlsteine und Wasserräder durch ("künstliche") eiserne Walzen und Turbinen
ersetzt wurden, nannten sich die so umgerüsteten Mühlen
"Kunstmühlen". Unsere Bilder zeigen das ursprüngliche Mühlengebäude
nach der letzten Renovierung und Besitzer Georg Mezger mit den Kindern seines
Meisters Alfred Fimpel. Viele erinnern sich noch gerne an den Bruder Karl
Mezger, der jedem Kind bei einem Einkauf mindestens "mit einem Zehnerle" eine
besondere Freude bereitete. Nach dem Tod beider Besitzer übernahmen deren
Nichten Anna und Margarete Kerner fast bis zur Jahrtausendwende die
Geschäfte.
Bilder: Alfred Fimpel; Informationen: Gunther Hettich
und Klaus Wimmer. Herzlichen Dank!
Blick zurück (32)

Bis 1953 war die Germania in der Großen Gasse/ Ecke Hintere Gasse ein sehr
beliebter Treffpunkt in der Gemeinde. Das Gasthaus ging aus der "Schenke zum
Frosch" hervor und wurde bis 1932 vom Ehepaar Wittlinger geführt. Danach
übernahmen Karl und Margarethe Haug (geb. Wittlinger) die Geschäfte bis zur
Schließung. Bierlieferant war die Löwenbrauerei aus Kuchen. Wie die meisten
anderen Wirtschaften hatte auch die Garmania einen "öffentlichen"
Bierausschank - hier - im Hinterhof. Dort holten die Kunden offenes
Bier in Krügen oder Kannen. Die Kühlung der Fässer erfolgte mit Stangeneis, das
in der kalten Jahreszeit (als Winter noch Winter waren!) auf Eisgerüsten oder
auch schon mit Eismaschinen hergestellt wurde. In der Germania wurde
der Handharmonika Club Gingen gegründet, der im Nebenzimmer des Lokals übte und
seine Konzerte dann im Reichsadlersaal abhielt.
Die Wirtschaft war Vereinslokal der Kleingärtner, des SPD - und des AWO -
Ortsvereins. Für die Besitzer war es eine Selbstverständlichkeit, am
Kinderfest ihr Haus entsprechend zu schmücken.

Im Winter sorgte ein eigens eingerichtetes Vorhaus für Schutz und Kälte.

(Bild aus dem Jahr 1949)
Die Familie Haug pflegte intensiv verwandtschaftliche
Beziehungen, die regelmäßig mit einem "Hauga - Tag" gefeiert wurden.
1937 erhielt das Fest seine besondere Bedeutung durch die Teilnahme von Philipp
Haug aus Sekitsch - Batschka in Jugoslawien.

Herzlichen Dank an Karl-Ernst Henzler für Bilder und Informationen.
Blick zurück (33)
Die POST wichtiger Helfer
für Handel, Handwerk und Industrie, natürlich auch für die gesamte
Bevölkerung.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts (!) errichtete die damals noch
königliche Post das repräsentave Gebäude am einzigen Übergang über die
Fils. Dies geschah sicher auch in Anbetracht der Tatsache, dass sich der Ort von
nun an in Richtung Bahnstrecke (also auch ins "Bayerische" - so wie Teile
des Gebiets auch heute noch von der älteren Bevölkerung benannt werden)
entwickelte. Wichtiger Helfer für die Postler war der erst verhältnismäßig
spät gummibereifte "Karren": Bei der Zustellung innerhalb des Ortes und
beim Transport von Paketen und Briefen zum Bahnhof - morgens und abends zu
d e n Zügen, an die spezielle Postwagen angehängt waren.

Anders als heute wurden die im Erdgeschoß befindlichen
Geschäftsräume über den der Fils nahen Eingangsbereich betreten. Das
obere Stockwerk diente den Posthaltern (Wilhelm Banzhaf, Roland Klinger,
später Heinrich Roller) als Dienstwohnung. So war die Kontinuität gewahrt.
Über Jahrzehnte hinweg galt dies auch für die Zusteller (z.B. Eugen
Stegmaier, Fritz Steinbüchel, Ehrenfried Wimmer). Sie waren bei
vielen als die "Poschtbota" oft besser bekannt als mit ihrem eigentlichen
Namen.

1964 gab die Deutsche Bundespost ihr eigenes Gebäude auf und verkaufte es
an einen privaten Investor. Bis 1998 residierte sie in Miete im gegenüber
errichteten Neubau und war bis dahin ein viel genutztes Kommunikationszentrum
der Gemeinde.
Die Bilder stammen aus dem Archiv von Günter Hommel,
Informationen gaben Gunther Hettich und Klaus Wimmer.
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Blick zurück 34
Blick zurück (34)
Der Turnerbund wurde im Jahre 1870 gegründet, ist heute der Verein mit der
größter Mitgliederzahl und besteht aus den Abteilungen Handball, Fußball und
Turnen (im weitesten Sinn.) Er fußt(e) deutlich auf den Idealen von Friedrich
Ludwig Jahn. Sportler, die damit nicht so recht einverstanden waren, gründeten
in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts überall in Deutschland, die
„freien“ Turnerschaften. Wie z.B. in Kuchen (FTSV) war man auch in
Gingen sehr aktiv und erfolgreich, denn 1926 konnte am Ortsrand in Richtung
Süßen (wo heute die große Wohnanlage steht, die mit dem Bebauungsplan „Alte
Turnhalle“ ermöglicht wurde) die Turn halle der Freien Turnerschaft
Gingen errichtet und am 27. Juni 1926 feierlich eingeweiht werden.
Offensichtlich hatte sich der Verein mit diesem finanziellen Kraftakt aber
übernommen und mußte (sicher auch auf Druck der folgenden politischen
Verhältnisse) schon bald in die Insolvenz gehen. Bis zum Abbruch des Gebäudes
diente die „Alte Turnhalle“ als landwirtschaftlicher Betrieb.

Die Postkarte von der Einweihung der Turnhalle wurde von Karl – Ernst Henzler
aufbewahrt.
Übrigens:
Wir suchen weiter…
Nach Bilddokumenten zu unserem Thema (ehemaliger) Handel, Handwerk
und Industrie in unserer Gemeinde und sind für jede Unterstützung
dankbar. Wenn Sie etwas kennen, finden, gefunden haben, wenden Sie sich bitte an
das Rathaus (Zimmer 17) oder an Hans Wimmer, Birkenweg 11.
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Blick zurück (36)
1938 - 1988 - 2008
sind die Jahreszahlen, die uns in den nächsten Wochen begleiten werden. Grund
dafür sind die Vorarbeiten, die Lehrer Wiedemann geleistet hat, in dem er vor 70
Jahren und vor 20 Jahren einen Rundgang durch die Gemeinde fotografisch
festhielt und so die Voraussetzung für eine wertvolle Dokumentation
über die Entwicklung unserer Gemeinde schuf. Besonders herzlichen Dank an die
Familie Werner Wiedemann, die uns freundlicherweise das Album zur Verfügung
stellte.
Beginnen wollen wir mit einem Blick in den Anfang der
Bahnhofstraße, bei dem das "königliche" Postgebäude als Fixpunkt gelten kann,
weil es als einziges (fast) unverändert erhalten geblieben ist. 1938 -
Unverkennbar ist das Ortsbild überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Nach der
"Milchverwertungsgesellschaft" ist noch das ehemalige Lebensmittelgeschäft von
Emma Koch erkennbar. Das Elektrizitätswerk Gingen beherrscht die rechte
Straßenseite.

1988 - Die meisten Veränderungen haben auf der linken
Straßenseite stattgefunden: Die Dunglege ist verschwunden, nach der
"Molke" bestimmen jetzt der Neubau Fischer und Stegmaier sowie die (alte)
Volksbank, die Metzgerei Renftle und die Gärtnerei Hieber den weiteren
Straßenverlauf. Das Elektrizitätswerk ist außen renoviert; im vorderen
Eckbereich befindet sich das Schreibwarengeschäft Schall/Feth.

2008 - beherrscht die "neue Mitte" mit den Geschäften
zur Nahversorgung und den betreuten Altenwohnungen das Motiv.

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Blick zurück (37)
1938 - 1988 - 2008
Ein Wünschelrutengänger hatte
Anfang der 30er - Jahre des vorigen Jahrhunderts auf einem
Grundstück an der Bahnhofstraße "starke Strahlungen von Mineralwasser aus zwei
"Adern" in ca. 60 bis 70 Meter Tiefe und mit etwa 20 l/min." entdeckt. 1931
beschloss der Gemeinderat "mit Stimmenmehrheit", eine Bohrung durchführen zu
lassen. Am 28. Januar 1932 hatte der Bohrer schon 82 Meter erreicht - aber
kein Wasser floss... Durchhaltevermögen war gefragt. Erst in einer Tiefe von 149
Metern stieß man auf Wasser und ein achttägiger Pumpversuch förderte "täglich
eine Menge von 24 ooo Liter gutes, einwandfreies heilwirkendes
Mineralwasser": Als der Brunnen im Sommer 1932 für einige Zeit
gesperrt werden sollte, versuchten Viele ihren Bedarf "mit Flaschen, in allen
möglichen Größen, mit Eimern, Kübeln und kleinen Fässern" wenigstens für einen
kurzen Zeitraum zu decken. Im September 1932 mussten sogar "Berechtigungskarten
verkauft werden. Die Polizei kontrollierte. Das Oberamt entschied, dass
"auch die Heilquelle aus Gingen im Krankenhaus geführt werden
muss."
Lehrer Wiedemann fotografierte 1938 den von Kunstbildhauer Jetter
aus Altenstadt 1933 gestalteten Brunnenstock ( die Kosten in Höhe von 580 Mark
hatte Fabrikant Buchsteiner übernommen!).

Leider wurden Brunnen und Quelle nicht in dem erforderlichen
Maße gepflegt, so dass die Schüttung merklich zurück ging. Als der erste
Brunnenstock baufällig wurde, musste er später durch eine einfachere
Betonlösung ersetzt werde.(Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 1988).

Und 2008 - Im Zuge der Umgestaltung des "Sauerbrunnens"
erhielt auch der Brunnen, der einstmals zu so großen Hoffnungen Anlass gab,
seine heutige Form.

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Blick zurück (38)
1938 - 1988 - 2008
Unser Blick geht heute in die Grabenstraße . Wir stehen an ihrem Beginn
unmittelbar neben der "alten" - königlichen - Post.
1938 ist sie
noch eine Kalkstraße. Die den Häusern am (oberen) Graben vorgelagerten Gärten
werden allesamt zum Gemüseanbau genutzt. Geräte und Werkzeuge (manchmal auch
Ställe für Kleintiere wie Kaninchen und Hühner) werden in den Hütten
untergebracht. Der Kirchturm hat auf seiner Südseite noch 3 "Fenster".

1988 ist die Ortskernsanierung in diesem Bereich
abgeschlossen, Die Miste ist verschwunden, Hütten haben Garagen Platz
gemacht. Die Vorgärten sind kleiner, oft sind sie zu Ziergärten
umgewandelt. Häuser wurden um -, an- und neu gebaut. Der Kirchturm hat seine
(erste) Sanierung hinter sich. Auf allen Seiten gibt es unter der Uhr nur
noch zwei Fenster. Die Straße ist geteert, Gehwege sind angelegt, die
Bepflanzung hat (erste) Wurzeln geschlagen.

2008 - Garagen, Häuser, Bepflanzung haben sich weiter
entwickelt. Der Kirchturm ist wieder im Lot. Die Anzahl der geparkten
Autos ist gestiegen...

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Blick zurück (39)
1938 - 1988 -2008
Diesmal geht der Blick an der Einmündung der Bahnhofstraße auf der B10 in
Richtung Süßen.
1938 ist der ehemalige Wassergraben bereits zugeschüttet
und die Hauptstraße durch den Ort geteert. Auffallend die alle zur Straße hin
ausgerichteten Giebel der Häuser. Einzige Ausnahme : Das Gasthaus
"Hirsch". Unübersehbar auch die Versorgungsleitungen. Die rechte Seite wird von
der Werkstatt vom "oberen" Schmid bestimmt. Deutlich zu erkennen der
rußgeschwärzte Eingang und das "Viehgerüst" in dem die Zugtiere - Kühe und
Ochsen - beschlagen wurden.

1988 - Die ersten Häuser der linken Seite sind dem
Neubau des Möbelhauses Wannenwetsch gewichen, die folgenden wurden
zwischenzeitlich grundlegend saniert, der "Hirsch" sogar ganz neu gebaut. Die
Telefon- und Stromleitungen sind verlegt, die Straße selbst ausgebaut und
mit deutlich abgegrenzten Gehwegen versehen. Die neue Ampel erleichtert
dem Fußgängern das Überqueren der schon viel befahrenen Straße (und oft auch -
zweckentfremdet - den Autofahrern das Einmünden von der Bahnhofstraße in die
B10). Die Schmiede hat ein neues - vergrößertes - Eingangstor bekommen, der
Betrieb hat sich zum Stahlbauunternehmen entwickelt und seine Produktionsstätte
ins neue Industriegeiet "Brunnenstraße" verlagert.

2008 - Das Motiv hat sich wieder grundlegend verändert:
Das Möbelhaus ist zu Appartementhaus umgebaut; im Ladenbereich werden Vorhänge
angeboten. Der Verkehr auf der Hauptstraße hat deutlich zugenommen. Am
augenfälligsten sind die Veränderungen auf der rechten Bildseite: Die Schmiede
ist abgerissen und hat der modernen, repräsentativen Zahnklinik Platz
gemacht.

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Zum 40. Mal
Blick zurück
Diesmal mit zwei antiquarischen Bildpostkarten, die uns von Horst Hommel aus
Nürtigen (ehemals Große Gasse) zur Verfügung gestellt worden sind.
Im Oktober 1913 diente die Karte mit dem wenig bewachsenen Schafenberg und
der Ruine des Scharfenschlosses für einen Gruß nach Karlsruhe. Interessant
natürlich auch die kaum ausgebaute Straße zur Kuchalb.

Der Turm des Münsters lässt vermuten, dass die schwäbische Eisenbahn in Ulm
gehalten hat, um „Büeble, Mädle, Weib ond Ma, ond der, wo’s au zahle ka!“
einsteigen zu lassen. Auch diese Karte (Teil einer ganzen Reihe) stammt wohl aus
den Anfängen des vorigen Jahrhunderts.

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BLICK ZURÜCK (41)
1938 - 1988 - 2008
Die Enge Gasse ist wichtiger Teil des "alten" Ortskerns und war 1938 noch
deutlich bäuerlich geprägt. Auf der linken Seite erkennt man Vorgarten und
Haus Koppenhöfer, dessen Besitzer vielen "Ur" - Gingenern noch als ausgewiesener
Experte für Naturheilkunde in Erinnerung ist. Danach folgen die
landwirtschaftlichen Anwesen von Matthäus Rus und Johannes Kreidenweiß und
dessen Schmiede, die bis 1956 in Betrieb war . Der Giebel des Gasthauses
zur Sonne stellt die Verbindung zur Pfarrstraße her. Viel Holz liegt vor dem
Haus Hess auf der rechten Bildseite.

1988 ist die Sanierung des alten Ortskerns mit der Erneuerung
der Straßen abgeschlossen. Durch die Autos wird der Strukturwandel in der
Gemeinde deutlich dokumentiert. Vorgarten und Miste sind "verschwunden" und
haben Abstellplätzen für PKW Platz gemacht. Die Einfahrt von der B10 ist noch
von beiden Seiten her möglich; die Ausweisung einer Tempo 30 Zone
"Zeichen der Zeit."

2008 ist das Haus Koppenhöfer einem Neubau gewichen, die
Schmiede hat den Besitzer gewechselt und wird "angemessen" renoviert,
umfangreich war auch die Sanierung des Gebäudes auf der rechten Bildseite.

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Blick zurück (42)
1938 - 1988 - 2008
Sehr groß sind die Veränderungen im Bereich Bahnhofstraße - Abzweigung
Brunnenstraße:
1938: Unmttelbar nach den Kastanienbäumen beginnt die
Brunnenstraße. Das in den Jahren 1872/73 nach Plänen von "Baumeister Steiff aus
Geislingen" (aus "Augenblicke aus der Gingener Geschichte") errichtete "neue"
Schulhaus beherrscht die Bildmitte Eine Litfaß - Säule (benannt nach ihrem
Berliner "Erfinder" Litfaß) wartet auf Plakate und Bekanntmachungen. Die Linde
unmittelbat dahinter hat schon eine beachtenswerte Größe erreicht.

1988: Das Schulhaus ist nur noch Geschichte, die Einmündung der
Brunnenstraße wurde "nach oben" verlegt und der dadurch gewonnene Platz für den
Bau des neuen Rathauses genutzt. Ein Bushaltestelle ist eingerichtet. Auf der
rechten Bildseite fällt das Gebäude der Johannesapotheke ins Auge.

2008: Jetzt beherrscht die Linde als Naturdenkmal die
Bildmitte. Das Wartehäuschen wurde zur Filsbrücke hin verlegt. Am auffälligsten
sind die Veränderungen vor dem Rathaus: Der Vorplatz wurde grundlegend
umgestaltet. eine Parkbucht für die Omnibusse eingerichtet. Die Wiese vor dem
Rathaus ist zu einem ansprechenden Eingangsbereich ausgebaut, der bei
verschiedenen Gelegenheiten auch als Veranstaltungsort dient und so zu
einem Mittelpunkt im Gemeindeleben wurde.

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Blick zurück (43)
1938 - 1988 - 2008
Nachdem wir in der vergangenen Woche von der Filsbrücke die
Bahnhofstraße "aufwärts" geschaut haben, wollen wir heute "einen Blick zurück"
unternehmen. 1938 stand Lehrer Wiedemann (beobachtet vom Postboten Eugen
Stegmaier) vor der großen Linde. Die Bank darunter war ein beliebter Sitzplatz
für Schüler und - manchmal, man konnte Nichtstun ja nicht öffentlich zeigen! -
auch für Erwachsene. Deutlich zu erkennen ist der Haupteingang zum
Schulhaus mit dem vorgebauten Treppenhaus. 1950 wurden in dem 1873 eingeweihten
Gebäude 434 Schülerinnen und Schüler unterrichtet! In der Mitte rechts das
Toilettenhäuschen, das vor dem Umzug ins neue Schulhaus 1962 bei Kindern.
Lehrern, Eltern und dem Gesundheitsamt immer wieder "ein Stein des Anstoßes"
war.

1988 und 2008 sind neue Gegebenheiten geschaffen: Die Brunnenstraße wurde
verlegt, das neue Rathaus errichtet. Grün beherrscht die Szene und noch immer
streckt die alte Linde stolz ihren ausladende Krone in den Himmel

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Blick zurück (44)
1938 - 1988 - 2008
Die B10 aus Richtung Kuchen
bei dem Abzweig Grünenberger Straße. Diesmal OHNE WORTE - die Bilder sprechen
für sich.
1938

1988

2008

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Blick zurück (45)
1938 - 1988 - 2008
Unsere Bildreihe
beschäftigt sich heute mit einem Blick in die Hintere Gasse.
1938 - Die
linke Seite der Aufnahme beherrscht das große Anwesen des "Gässles - Bauern".
Der Name leitet sich aber nicht von der Hinteren Gasse ab, sondern von
einem "Gässle", das am Haus vorbei in Richtung Friedhof führte.
Landwirtschaftliche Transportwagen beanspruchen die Parkmöglichkeiten. Der große
Baum auf der rechten Bildseite war nicht nur Schattenspender sondern auch Schutz
für die dort gelagerten Kohlen der hier ansäßigen Brennstoffhändler
(Fischer; zuletzt Hofmann - Mangold).

1988 - Die Straße hat viel von ihrem landwirtschaftlichen
Charme eingebüßt. Das Gebäude Pressmar ist grundlegend renoviert, der Garten auf
der rechten Seite ist Garagen für LKW und einem nüchternen Geräteanbau
gewichen.

2008 - Nun ist auch die Straße ausgebaut. Sie sorgt damit
für eine deutliche Aufwertung des gesamten Quartiers.

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Blick zurück (46)
1938 - 1988 - 2008
Unsere Bildreihe beschäftigt sich diesesmal mit einem Bilck "ins
Zentrum" der Gemeinde rund um Kirche und Pfarrhaus.
1938 - Ein landwirtschaftliches Gespann beherrscht die
"Szene". Am linken unteren Bildrand ist noch ein kleiner Teil der Gemeindewaage
vor dem Pfarrhaus zu erkennen. Im Hintergrund wird der Blick vom Bauernhaus
Schnarrenberger in der Großen Gasse mit dem großen Birnenbaum begrenzt.
Davor der Giebel des "Hamburger Metzgers". Die rechte Bildseite wird von
"Schurr´s Nachfolger"; Konditor Paul Hinderer beherrscht, der über Jahre und
Jahrzehnte hinweg den Einkaufs - Treffpunkt vieler Gingener bildete, und
der mit seinen Spitzwegerichbonbons über die Gemeindegrenzen hinaus
bekannt war.

1988 - Die Ortskernsanierung ist auch in diesem Teil
Wirklichkeit geworden. Der Bauernhof am Ende der Straße ist einem moderne
Wohnhaus gewichen. Die Gemeindewaage ist verschwunden. Konditor
Hinderer (Nachfolgerin Irene Hinderer) ist nun Partner(in) von EDEKA Neben
dem Gebäude ist die "Baustelle" für den Schnapperbrunnen zu erkennen.

2008 - Die Häuser Große Gasse 10 und 12 ist durch
den (Schlecker) Neubau ersetzt. Nach dem Tod der Betreiberin sind die Rollläden
"beim Konditor" heruntergelassen. Das ehemalige (erste) Schulhaus (bis 1873) der
Gemeinde hat erneut seinen Besitzer gewechselt. Der Schnapperbrunnen mit
seinen drei aussagekräftigen Figuren von Hans Neuwirth ist inzwischen zu einem
markanten Punkt in der Gemeinde geworden.

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Blick zurück (47)
1938 - 1988 - 2008
Noch einmal gilt in dieser Woche unsere Aufmerksamkeit der Johanneskirche und
ihrer Umgebung.
1938 - Dunglege und Brennholzvorräte lassen die
landwirtschaftlichen Wurzeln des Hauses Hofmann - Hettich erahnen. Die
Kirchhofmauer ist dicht mit Efeu bewachsen, der Eingang wird durch ein eisernes
Tor bestimmt. Dach und Kirchturm machen eine renovierungsbedürftigen Eindruck.
Interessant (in der Mitte der Aufnahme) der Schornstein der Ofenheizung der
Kirche. Am rechten Bildrand das Anwesen von Malermeister Lenz.

1988 - Gravierende Veränderungen werden durch diese Aufnahme
deutlich: Der Platz vor der Kirche ist aufwändig saniert, am linken Bildrand ist
der Bereich für den Schnapperbrunnen freigehalten. Die Werkstatt der
Schreinerei Hofmann - Hettich ist umfangreich erweitert; ein
aussagekräftiges Wandbild ersetzt das Firmenschild. Kirche und
Kirchhofmauer sind grundlegend erneuert, Schiff und Turm neu
verputzt, im Innern die Heizung ausgewchselt, der Putz an der Mauer beseitigt
und das eindrucksvolle Mauerwerk freigelegt. Das Haus Lenz hat den
Besitzer gewechselt und wurde renoviert.

2008 - Eine weitere Sanierung hat den Turm der Johanneskirche - das
Wahrzeichen der Gemeinde - mit einem hohen finanziellen Aufwand "zurück ins Lot"
gebracht. Tatkräftig unterstützt durch die Bevölkerung, die zur Senkung der
Kosten über 156.000 Euro spendeten und sich damit eindeutig mit "ihrer" Kirche
identifizierten.

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Blick zurück (48)
Der Mühlbach war über Jahre und
Jahrzehnte hinweg eine der wichtigsten lokalen Energiequellen.

1938 - Von der Bahnhofstraße ergibt sich ein idyllischer Blick in Richtung
Süßen. - In der SBI von der Fils abgeleitet und am Schwarzen Weg
entlang verlaufend hat der Bach bereits die Obere Mühle und das
Elektrizitätswerk Bischoff mit Wasserkraft versorgt. Nun fließt er schnurgerade
nach Westen. - Die Häuser am Graben sind nur über einen schmalen Weg erreichbar,
das dort anfallende Regenwasser wird direkt in den Bach geleitet, in dem
gelegentlich auch Kinder baden und der an verschiedenen Stellen von besonders
mutigen Jugendlichen mit Hilfe von (Bohnen)Stangen übersprungen wird. Weiter
unten nutzt der Küfer das Wasser beim Herstellen von Zubern und Fässern. Auch
die Untere Mühle "lebt" von seiner Energie. Danach profitiert ein kleines
privates Elektrizitätswerk von ihm.
 1958 - Nach intensiven Diskussionen beschließt der Gemeinderat
- nachdem die Wasserrechte der betroffenen Anlieger abgelöst waren - . den
Mühlbach zuzuschütten. Daraus ergibt sich eine bessere Infrastruktur für die
Hausbesitzer im innerörtlichen Bereich. Aber auch die bauliche Erweiterung der
Gemeinde "In den Teilen" (links und rechts der - verlängerten - Grabenstraße)
wird erleichtert. - Auf der rechten Seite beherrscht nun das neue
Gebäude der Volksbank das Motiv; die anschließenden Häuser sind alle grundlegend
renoviert.

2008 - In den folgenden Jahren hat sich nicht mehr viel
verändert - Nur der Verkehr ist deutlich angewachsen und Parkplätze sind immer
mehr Mangelware.
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Blick zurück (52)
Des Rätsels Lösung:

1938 - stand Lehrer Karl Wiedemann (wie Hermann Fetzer richtig
erkannte) am Fenster des Lehrerhauses und richtete seine Kamera - wie insgesamt
18 Einsender/innen richtig feststellten - auf Teile des evangelischen
Kindergartens und darüber auf die mit einer Insel versehene "Einmündung der
Bismarckstraße" (Heinrich Eisele) in die "noch nicht ausgebaute" (Doris
Bantleon) Brunnenstraße. Die Häuserreihe beginnt mit dem "Gebäude Eisele"
(Erwin Rus). Anschließend daran "Metzger Maries Haus" (Matthäus Honold), genannt
"Stricker Marie" (Dietrich Braun). Es folgt das Haus Fetzer. Bärbel
Lohrmann weist auf die "noch nicht bebauten Gärten" auf der rechten Seite des
Bildes hin und Anni Hofmann erkennt (richtiger Weise) "im Hintergrund
Schafenberg und Spitzenberg".

2008 - ist der Fotograf wieder im Lehrerhaus (Gertrud
Sarro betätigte sich als hilfsbereite Türöffnerin) und versucht, den
Vorgaben des historischen Motivs gerecht zu werden. Die Veränderungen sind
augenfällig. . . gewaltig gewachsene Bäume "versperren" aber über weite
Teile die Sicht.
Um die "Schlüsselstelle" deutlich zu machen - die Einmündung
der Bismarckstraße in die Brunnenstraße 2008 aus einem etwas veränderten
Blickwinkel.

______________________________________________________________________
Neben
den im Text genannten Einsender/innen fanden die richtige Lösung: Elfi Abraham,
Marlies Berger (Göppingen), Karl Eisele, Ruth Hettich, Günter Hommel, Roswitha
Hupfer, Renate Maier, Kurt Nagel, Karl Pressmar, Stefan Thiele, Ingrid
Russ.
Stefan Thiele gewinnt eine Armbanduhr, Elfi Abraham ein Saunatuch
und Marlies Berger ein Nuss - Set (jeweils zur Verfügung gestellt von der
Bausparkasse Schwäbisch Hall). Alle anderen Teilnehmer/innen erhalten
ein Handtuch, gestiftet von der Gemeinde Gingen.
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Blick zurück (54)
1938 - Die Bahnhofstraße am Gasthaus Löwen gehört zu den am besten
ausgebauten Straßen der Gemeinde. Der Eingang zu dem traditonsreichen Gebäude
(u.a. auch ehemals thurn und taxische Post- und Pferdestation der
Route Mechelen - Innsbruck) liegt - auf dem Bild nicht sichtbar - auf der
Südwest - Seite. Der Anbau links beherbergt den Saal, in dem viele
gesellschaftliche Veranstaltungen stattfanden. Die Stromversorgung erfolgt
oberirdisch über Holzmasten. Lediglich ein von Ochsen gezogener Heuwagen (u.a.
zu erkennen durch das Stirn - Zaumzeug) macht den Straßenverkehr aus.

1988 - Groß sind die baulichen Veränderungen: Nach einer
sehr unterschiedlichen (auch industriellen) Nutzung des Anbaus ist das
Gesamtgebäude zum Cafa umgebaut. Besonders augenfällig die Verlegung des
Haupteingangs zur Bahnhofstraße hin. Die Gemeinde ist an das Omnibusnetz
angeschlossen; die von der B 10 (noch ohne Ampel) einmündenden Autos sind Zeugen
des Kraftfahrzeugzeitalters. Der Schacht im Vordergund beweist, dass auch "unter
der Erde" einiges geschehen ist - der Ort ist kanalisiert.

2008 - Der Haupteingang zum Cafe Soukup hat erneut "sein
Gesicht" verändert. In den (ehemaligen Saal- ) Anbau ist ein Frisörgeschäft
eingezogen. Der Verkehr an der Einmündung der Bahnhofstraße in die B10 wird nun
bei Tag und Nacht durch eine Ampelanlage geregelt. Große Schilder bringen die
Verkehrsteilnehmer "auf den rechten Weg."

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Blick zurück (55)
Heute aus aktuellem Anlass: Die
Mühlgasse
1938 - Das Bild zeigt die Mühlgasse von der
oberen Mühle in Richtung B10. Beherrschend das Haus Schall und dahinter das Haus
Fischer, in dem über Jahre hinweg der Bockstall untergebracht war. (Damals eine
ganz wichtige "Einrichtung" für die vielen Nebenerwerbs- und Klein(st)-
Landwirte in der Gemeinde.) Am linken Bildrand sind Dach, Miste und Leiterwagen
des Oberen Müllers zu erkennen. Das Ehepaar Pressmar (Küfer - Karl) erinnert
sich an Kühe und Pferde mit deren Hilfe auch die Mühlenprodukte zu den Kunden in
großen Teilen des Kreises Göppingen transportiert wurden.

2008 - Der Ausbau der Mühlgasse ist gerade abgeschlossen. Der Blick reicht
durch bis zur B10 und zum Haus Bühler. Das Haus Fischer musste einem (nicht
sichtbaren) Parkplatz und Garagen Platz machen. Die Obere Mühle und die damit
verbundene Landwirtschaft ist Geschichte.

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Blick zurück (57)
Heute werfen wir von der "unteren"
Grabenstraße einen Blick auf die
Johanneskirche:
1938 - Von Straße kann noch nicht
die Rede sein - es ist vielmehr ein "unbefestigter" Weg, der in die
Grasteile führt. Der Fotograf steht auf einer Wiese in der Nähe der Turnhalle
der "Freien" Turner und blickt auf das Haus Kröner (zu diesem Zeitpunkt letztes
Haus in Richtung Süßen)

1988 - Die Grabenstraße (nun Verbindung zum wichtigsten
Neubaugebiet der Gemeinde, ( erschlossen nach dem 2. Weltkrieg) . ist
voll ausgebaut; Die Gebäude auf der rechten Seite der Straße haben "ihr Gesicht"
grundlegend verändert. Der Giebel am Haus Kröner ist "gedreht", die
anschließenden kleinen Häuser wurden z.T. abgerissen und durch Neubauten
ersetzt.

2008
So stellt sich das Motiv heute dar. Autos „bevölkern“ die Grabenstraße; die
Häuser sind (schon wieder) renoviert. Alles ist „schwäbisch sauber
geordnet“.

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Blick zurück (59)
Heute
aus dem Verlag Paul Hinderer, Schurr´s Nachf., Gingen a.Fils
das Luftbild Nr. 4430 vom Luftverkehr Strähle, Schorndorf und mindestens
aus dem Jahr 1938
GINGEN a. Fils vom Flugzeug aus.

Wenn man sich an den hellen Streifen
orientiert, findet man sich recht schnell zurecht: (Fast) in der
Mitte des unteren Randes ist die nach links verlaufende Hauptstraße zu erkennen.
Ein Fixpunkt ist die Einmündung der Bahnhofstraße mit dem Haus "Oberer Schmid".
Der Straße (nach rechts) folgend erreichen wir die Einmündung der
Pfarrstraße (F&S, Elektrizitätswerk Bischof). Das königliche Postamt
steht an der Filsbrücke; das Schulhaus und die daran verlaufende Brunnenstraße
(nur einseitig bebaut) bilden den Schußpunkt am rechten Rand. Folgt
man der Brunnenstraße "nach oben", also in Richtung Süßen, stehen die ersten
Häuser der Ludwigstraße. Die Bebauung endet hier mit dem Haus Kauderer.
Natürlich überragt die Johanneskirche den ganzen Ort, der wohl hauptsächlich mit
der Großen Gasse bzw. Hinteren Gasse endet. Die heutige Bebauung könnte die
Karte, deren Erscheinungsjahr nicht eindeutig festgelegt werden kann,
nicht abdecken.
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Blick zurück (60)
Die Mühlgasse
(diesmal ohne viele Worte - die Bilder sprechen für
sich)
1938 - Die Gasse ist wirklich nur ein recht
schmaler Weg. Unter den blühenden Büschen ist der Mühlbach zu erkennen, der
zunächst die Räder der Oberen Mühle in Bewegung setzte und anschließend die
Turbinen des Elektrizitätswerkes antrieb. Der Löwen - Anbau bestimmt den rechten
Bildrand.

1988 - Im Zuge der
Ortskernsanierung in der Mitte der 70er Jahre hat sich der Weg zu einer
"richtigen" Straße entwickelt, der Bach ist verschwunden und hat dringend
erforderlichen Parkplätzen Platz gemacht.

2008 - 70 Jahre liegen nun zwischen Bild
1 und 3! Wieder wurde saniert und die Straße - zusammen mit der "Neuen
Mitte" - den zeitgemäßen Gegebenheiten angepasst.

Übrigens: Auch 2009 wollen wir die Reihe "Blick zurück"
fortsetzen. Das gelingt aber nur mit Ihrer Unterstützung! Wenn Sie
über "alte" Bilder von Personen, Häusern, Aktivitäten verfügen,
stellen sie uns doch diese zur Verfügung. Im Rathaus (Zimmer 17) und im
Birkenweg 11 (H.Wimmer) freut man sich über jeden Beitrag. ...und wenn Sie
Bilder gerade nicht "greifbar" haben, "kruschteln" Sie doch (wie es andere auch
schon getan haben) einmal (vielleicht während der nun wieder ruhigeren
Zeit). Wir denken: Viele werden fündig.
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Blick zurück (65)
Blick zurück (65)
Nur wenige Bilder sind uns vom
R o s s g u m p e n
bekannt, an und in dem sich die schwimmbegeisterte Jugend ind der
ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts und lange nach dem Zweiten Weltkrieg
traf. Deshalb freuen wir uns über diese Aufnahme von Hans Allmendinger
und Erich Frey. Der Fotograf war natürlich an den beiden jungen Burschen
interessiert. Für uns ist aber die Befestigung an ihren Füßen, die Pfosten
im Wasser und der flachere (Pferde-)Zugang auf der gegenüberliegenden
Seite wichtig. Über die Entstehung der Vertiefung des Filsbettes
auf Höhe des Sportplatzes kursieren verschiedene Erklärungen. Ob ihn das Wasser
allmählich ausgeschwemmt hat oder ein intensiver Kiesabbau die Ursache ist, war
den jungen Burschen und besonders mutigen Mädchen, die sich über das die
parallel zum Flußlauf verlegten Bretter hinabschießende Wasser freuten,
eigentlich ganz egal. Kleine Rangeleien auf der durch die Algen sehr glatt
gewordenen Schwelle endeten meist mit einem (auch gewollten) Sturz aller
Beteiligten in das nur in Ausnahmefällen mehr als 18 Grad (warme?) Wasser.
Zeitweilig stand ein Brett - eine gewöhnliche Maurerdiele - für einfache Sprünge
zur Verfügung. Turner zeigten ihre Körperbeherrschung bei Salti. Zwei
Hauptzugänge führten zum Rossgumpen hinunter: Von der steileren Sportplatzseite
her stieg man einen schmalen Steg ab, den auch die Sportler nach Wettkämpfen und
Spielen nutzten, um im kalten Wasser der Fils "zu duschen". Das linke
Filsufer erschloss eine breitere Rampe. Sie stellte auch den Zugang für die
Pferde dar, die - vorzugsweise an Wochenenden - hier gewaschen wurden. Das
fließende Wasser beförderte Schmutz und (Ross-)Haare schnell weg.
Folgerung: Rosse badeten im Rossgumpen und gaben ihm seinen Namen.

Übrigens: Mit einem Grundstock von 5000 Mark richtete
die Gemeinde 1934 einen Fonds für den Bau eines Freibades ein; 1936 kamen
noch einmal 3.500 dazu: Nachdem das Kapital die Summe von 17.ooo Mark
erricht hatte, nahmen die Planungen für das Vorhaben in der Nähe des
Sportplatzes konkrete Formen an. 15 mal 50 Meter groß sollte die ehrgeizige
Anlage werden. Wir alle aber wissen: Bald hatten die Gingener andere
Sorgen; eine Umsetzung der Pläne war nicht mehr möglich.

"Großkampfstimmung beim "Kistl - Rennen" - so titelte die NWZ im
Sommer 1950 und berichtete vom ersten Seifenkistenrennen in der Gemeinde. Ludwig
Mayer (sen.) hatte die Idee und organisierte für insgesamt 16 Teilnehmer die
Veranstaltung, zu der sich "eine kleine Völkerwanderung bewegte, um dabei zu
sein." Der 350 Meter lange Kurs an der Grünenberger Straße musste 2mal
durchfahren werden. Die Fahrzeuge waren nach den Durchmessern der Räder
in zwei Klassen und in eine "Sonderklasse" mit Kugellager gelagerten Rädern
eingeteilt. "Besonderes Aufsehen erregte die 10jährige Erika Kahlich, die als
einziges Mädchen und ohne Training die Abfahrt wagte".

Die Sieger: Klasse I (kleine Räder) - Willi Hafner,
13 Jahre; Klasse II (große Räder) - Hans Neuwirth, 11 Jahre; Klasse III
(mit Kugellager) - Sigurd Zink, 12 Jahre.
Die Siegerehrung fand im Löwen
statt. "Dank der Gebefreudigkeit der einheimischen Firmen konnten alle
Teilnehmer schöne und nützliche Gegenstände in Empfang
nehmen".
Herzlichen Dank an Willi Hafner aus Stuttgart für Bilder un
Informationen.
_______________________________________________
Mit
diesem Beitrag "starten" wir in eine neue Runde, die sich mit besonderen
Ereignissen, Festen, Feiern, freudigen und weniger
erfreulichen Geschehnissen beschäftigt. Ein paar Leser/innen haben schon
"gekruschtelt", so dass weitere "Blicke zurück" getan werden können. ABER: Im
Rathaus (Zimmer17) und bei Hans Wimmer (Birkenweg 11) freut man sich über
jede weitere Unterstützung durch Bild-
und Wortbeiträge!
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Blick zurück (66)

Unter dem Titel "Schöne Heimat - Schäfer unter dem Ramsberg bei
Donzdorf" ging diese Bildkarte aus dem Verlag J.Gaa, Süßen, 1935 in fast
alle Himmelsrichtungen. Die Landschaft wird auf der Rückseite der Karte
benannt, nicht aber der Schäfer, der in Diensten des Grafen von Rechberg -
Rothenlöwen die Herde betreut und dem Idyll erst den eigentlichen Charme
verleiht . Es ist Johann Georg Allmendinger "ehrbarer Bürger der
Gemeinde Gingen".

Unser zweites Bild zeigt den Schäfer in voller Berufskleidung
auf einer Albweide, weit von der Heimat entfernt. Da die Tiere "rund um
die Uhr und an jedem Tag des Jahres" betreut werden mussten, wurde auch
der Verantwortliche entsprechend gefordert. Sonntags war es dann die Aufgabe der
Familie, vor allem der Söhne Johannes und Karl, den Vater - egal wo er sich
gerade aufhielt - mit frischer Wäsche und der Wochenverpflegung zu versorgen.
Diese Verpflichtung half dem Schäfer, führte die jungen Burschen aber auch
- in einer Zeit, in der dies noch nicht zu den
Selbstverständlichkeiten des Lebens gehörte - in viele Gebiete der näheren
und oft sehr weiteren Umgebung.
Wieder gilt unser Dank Hans
Allmendinger für Bilder und Informationen.
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Blick zurück (67)
Viele sagen in diesen Tagen: "Jetzt haben wir aber genug vom
Winter".
Allerdings. Als die Winter noch "richtige" Winter waren,
konnte man die Bretter schon in der Grabenstraße anschnallen und sich auf den
Weg zu den Mähdern oder zum Hohenstein machen. Dort traf sich nicht nur die
Jugend, sondern auch viele "Experten" gingen ihrem Hobby nach, bereiteten sich
auf (wenige) Ausfahrten z.B. zu den "Hörnern", zum Kalten Feld oder für den
Fränkel - Abfahrtslauf vor. Übrigens: Bei Schnee wurde auch (Feld-)Handball
gespielt. Manche ehemalige Aktive werden sich noch daran erinnern, dass dann am
Sonntagmorgen ab 11 Uhr der Schnee vor dem Schußkreis "step by step" verdichtet
und die Spielfeldbegrenzungen mit Kohlenstaub (gestiftet vom "Lukas"
(Marchthaler) gezogen wurden.

Aus dem Verlag Eduard Feth, Schreibwaren, Gingen, stammt
die Winter - Postkarte, die vor ca. 30 Jahren von Gingen nach Ludwigshafen
geschickt wurde und die dort für den Wintersport in Gingen geworben hat.
(Auch interessant: Die Filsbrücke ist noch nicht grundlegend saniert. das
Geländer hat noch die "alte, dünne" Form.)

Beide Bilder aus dem Fundus von Hans
Allmendinger.
Hans Wimmer
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Blick zurück (100)
Heute zum 100. Mal
B L I C K Z U R Ü C K

Wir beginnen diese Jubiläumsausgabe mit einer detailgenauen
Postkarte aus der Jahrhundertwende 1900.Sie macht deutlich, dass der Ort sich zu
dieser Zeit noch (fast) ausschließlich links der Fils ausdehnt, nur das damals
"neue " Schulhaus steht auf der anderen Seite des Flusses Von dort verfolgen wir
die Bahnhofstraße zum Bahndamm hinauf. Am Ende sind die Bahnhofwirtschaft (heute
Kastanienhof, davor "beim Molle") und das Bad Hohenstein (Besitzer Familie
Weithaler) zu sehen. Die daneben erkennbare BaumAllee führte zum
GleisÜbergang für die Grundstücke unter dem Hohenstein. Die Aufnahme stammt aus
dem Besitz der Familie Siehler.

Die zweite Postkarte erreichte das Gasthaus zum Falken in Mühlhausen am
2. Juni 1902 und erlaubt einen Blick in das "Innere" der Gemeinde . Wir
sehen die markanten Gebäude des Dorfes in einer Produktion des
Verlages Heinrich Rumm und Sohn aus Altenstadt. Die Aufnahme wurde von
Frau Mutschler aus Mühlhausen zur Verfügung gestellt und steht für den Dank für
vielfache Unterstützung der Aktion aus der Bevölkerung. Ohne sie hätte die Reihe
nie so lange laufen können.

zeigt das Gemälde von A.Sutor mit dem "Oberen Grünenberghof",
wo auch einst eine Ziegelei den dort gefundenen Lehm verarbeitete.
Das
Bild wurde von Monika Schaffer "gerettet".
Hans
Wimmer
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Blick zurück (101)
K E G E L N
gehört
seit vielen, vielen Jahren zu den bevorzugten Sportarten von Menschen, die sich
in ihrer Freizeit etwas sportlich betätigen wollen. In Gingen war es
zunächst nur im "Lamm" möglich, diesem Sport nachzugehen. (Später kamen das
Kath. Gemeindezentrum und das Gasthaus "Hohenstein" dazu.) So nimmt es
eigentlich Wunder, dass es bis nach den 2. Weltkrieg dauerte, bis der erste
Kegelverein gegründet wurde. Ab 1955 gibt es das Protokollbuch des Kegelclubs
"Fall um!", der in der Folgezeit viele Aktivitäten durchführte und vor allem
auch das von der KAB organisierte Vereinskegeln dominierte. Über Jahre
hinweg kamen die Sieger bei den Herren regelmäßig aus den Fall um - Reihen und
schon ein 2. Platz wurde im Kegelbuch mit einem schwarzen Rand
versehen.

Die Fall-um- Miglieder 1965 ( also zum 10. Jahr des
Bestehens) fein herausgeputzt - dem Anlass entsprechend mit Krawatte und im
dunklen Anzug.

Später ging es auch bei den Kegelfreunden etwas "lockerer" zu. (Aufnahme
aus dem Jahr 1975). Das Kegelbuch liest sich wie eine richtige Vereinschronik,
mit sportlichen Fakten und Erfolgen, aber auch mit Schilderungen
gesellschaftlicher Ereignisse, die die Vermutung zulassen, dass es bei den
Vereinsabenden (und danach) oft recht lustig zu ging. Festgehalten hat
die Episoden der ehemalige, kürzlich verstorbene Rektor der Gingener
Schule, Karl Pflüger.
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2003 feierte das Autohaus Paul Fetzer sein 75jähriges Bestehen mit
der Feststellung: "BMW Motorräder und Gingen gehören zusammen". Viele
werden sich noch an die Zeit erinnern, als es in der Gemeinde "zum guten Ton
gehörte" wenigstens eine 250er zu fahren . Manche brachten es zu einer 500er;
ganz wenige zu einer 750er. Treffpunkt der Motorsportbegeisterten Jugend war die
BMW-Werkstatt am Ortsausgang in Richtung Süßen.
Heute einige Foto-Belege
aus dieser Zeit:

(von links nach rechts) Georg Fauser, Eberhard Renftle, Heinrich Fetzer,
Wilhelm Schnarrenberger, Georg Fetzer, Frieder Schatz, Karl Frech, Albert
Kühnle

In der Anfangszeit der Motorisierung diente die Hauptstraße (B 10) noch
als "Übungsstätte" für die ganz mutigen Motorradfahrer.
 Das Bild zeigt Heinrich Koch
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Autohaus Fetzer II
Mit den Kundenwünschen änderte
sich natürlich auch das Angebot des traditionsreichen Autohauses in Gingen,
eines aber blieb immer gleich: Alle Fahrzeuge kamen von BMW.
Die legendären, in Italien entwickelten Isettas,die - wie ein
Kühlschrank - aufgeklappt wurden. So bot sich ein guter Einstieg für zwei
Personen. Das Reserverad lag hinter der Sitzbank, Schalthebel, Choke und
Handbremse waren an der linken Außenwand angebracht. der Tankinhalt betrug 13 l.
3 davon waren "Reserve" , an den Umschalthebel erinnern sich auch die ersten
VW-Fahrer. Die Isetta schrieb ein Stück Automobilgeschichte. (ab
1955).

Die 700er (Klein-)Limousine, die schon mehr "unseren" heutigen
Vorstellungen vom Aussehen eines Autos entsprach und

Der repräsentative, 7er - V 8, der hier von Paul Fetzer vorgestellt
wird.
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B L I C K Z U R Ü C K (107)
BUNDESJUGENDSPIELE (Sommer und Winter)

gehörten über Jahrzehnte hinweg zum Standardprogramm der Grund- und
Hauptschule. Aus dem Jahr 1969 stammt obiges Bild, zu dem in der Geislinger
Zeitung zu lesen war: "Traditioneller Abschluß des Hallenturnens waren für die
Jungen und Mädchen der Hauptschule Gingen die Bundesjugendspiele , die kürzlich
in der Hohensteinhalle ausgetragen wurden... Um einen Leistungsvergleich
zwischen den einzelnen Klasse zu erhalten, wurde erstmals auch ein
Mannschaftswettbewerb durchgeführt. Sieger wurden bei den Jungen die Klassen
7,8 und 6; bei den Mädchen die Klassen 5,6 und 9. "
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B L I C K Z U R Ü C K (109)
Unser heutiges Bild zeigt die Einmündung der Pfarrstraße in die
Bahnhofstraße anlässlich eines Festes zu Beginn der 40er Jahre des vorigen
Jahrhunderts. Das Haus mit Fahne ist der "Vorläufer" des heutigen
Bekeidungshauses Fischer und Stegmaier, daneben (zum rechten Bildrand hin) das
Haus, in dem Frau Koch mit Lebensmitteln oder"Kolonialwaren" handelte.
 Im Mai 1951 kamen beim (um)Bau des Kellers von "Tuchmacher"
Fischer und Stegmaier 10 Topfscherben aus etwa 1,30 m Tiefe zu Tage. OSD
Kley aus Geislingen bestimmte sie in die Helfensteiner Grafenzeit (12. bis 13.
Jahrhundert). Bei dieser Baumaßnahme wurden auch deutliche Brandspuren in zwei
Schichten festgestellt, die darauf schließen lassen, dass ein Vorgängerhaus im
September 1449 oder im 30jährigen Krieg abgebrannt sein musste.
(Aus
Aufzeichnungen von Lehrer Karl Wiedemann.)
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