"Liebe Freunde, bei Euch hier zu
wohnen und zu leben könnte ich mir gut vorstellen." Diese
Aussage eines belgischen Malers ist ein Hinweis für den Wert der
Natur und ein Qualitätsmerkmal darüber, was man urbanes Wohnen
und Arbeiten in einer Gemeinde nennt.
Bäume, Berge, Bäche, Brunnen, Biotope bestimmen unser Leben und
unser Landschaftsbild.
Der Mensch findet in einer solchen Umgebung Brot und Arbeit, darf
die Natur genießen, ist aber auch verpflichtet, sie zu erhalten.
Die Gemeinde Gingen an der Fils liegt
landschaftlich reizvoll am Fuße der Schwäbischen Alb, an der
Bundesstraße 10 und an der Bahnlinie Stuttgart - Ulm.
Dadurch sind die nächstgrößeren Städte Göppingen, Geislingen
und Ulm gut zu erreichen. Während sich bis Gingen das Albvorland
großflächig ausbreitet, beginnt sich von Gingen ab filsaufwärts
das Tal zu verengen. Die Gemarkung nimmt den Taltrichter der Fils
an. Die Gemeinde wird eingerahmt von den Bergen der Schwäbischen
Alb. Links der Hohenstein, der dominant mit seinen 701 Metern die
Landschaft bestimmt. Rechts liegen malerisch der Fränkel, Grünenberg
und der Burren. Dieser Schatz der Natur eröffnet dem Menschen
gute Wandermöglichkeiten.
Mit ca. 4300 Einwohnern besitzt die
Gemeinde noch einen dörflichen Charakter, der besonders durch
einen schönen, zum Teil sanierten Ortskern rund um die
evangelische Johanneskirche geprägt wird. Einen Besuch dieser im
gotischen Stil erbauten Kirche sollte man sich auf keine Fall
entgehen lassen.
Zahlreiche Gastronomiebetriebe und verschiedene Einkaufsmöglichkeiten
laden zu einem Bummel durch den Ort ein.
Besonders seit den 60er Jahren dehnt sich
die Gemeinde kräftig nach Norden und Osten hin aus. In den
Gewerbegebieten Untere Schorteile" und Immenreich"
wurde seit 1955 mehr und mehr Gewerbe angesiedelt. Neben den
ortsansässigen Industrie- und Gewerbebetrieben (Maschinen-,
Stahlbau, Metall-, Holz und Kunststoffverarbeitung) sind auch das
Handwerk und der Handel recht gut entwickelt; im Gegensatz zur
Landwirtschaft, die mehr und mehr zurückgeht.
In der Schenkungsurkunde der Kaiserin
Kunigunde an das Kloster Lorsch aus dem Jahre 915 wird der Ort
"Ginga" erstmals erwähnt.
Schon im Jahre 984 muß ein Bethaus bzw. eine Kirche Mittelpunkt
des Ortes gewesen sein. Ein aus dieser Zeit in der im spätgotischen
Stil wiedererbauten Johanneskirche eingelassener Stein datiert
dies.
Die ältest datierte Kircheninschrift im
deutschsprachigen Raum gab 1984 Anlaß, eine 1000-Jahrfeier zu
begehen.
Im Jahr 1100 wird Gingen Besitz der Herren
von Helfenstein und Spitzenberg, mit dem Niedergang dieses Hauses
wird es Eigentum der Reichsstadt Ulm. Damit wird Gingen Sitz
eines Ulmer Amtmannes. Durch seine Zugehörigkeit zur Reichsstadt
Ulm war auch Gingen im Jahre 1531 gezwungen, sich der Reformation
anzuschließen, wodurch die gesamte Bevölkerung bis nach dem
Zweiten Weltkrieg ausschließlich evangelisch war.
Während des 30-jährigen Krieges wird
Gingen vom Wild- und Rheingrafen Johann Ludwig eingenommen. Im
gleichen Jahr wird es von durchziehenden Truppen niedergebrannt.
Der Spanische Erbfolgekrieg verwandelt den Ort dann anno 1703 in
ein einziges großes alliiertes Heerlager. Hundert Jahre später
(1803) wird Gingen bayerisch und fällt dann 1810 an das Königreich
Württemberg.
Am Ende des 18. Und zu Beginn des 19.
Jahrhunderts erlebte die Bevölkerung die Schrecken der Französischen
Revolutionskriege, welche große Auswanderungswellen sowohl nach
Ungarn und in den Balkan als auch nach Nordamerika nach sich
zogen. Eine Vielzahl von Briefen zeugt jedoch von der
Heimatverbundenheit der ehemaligen Gingener Bürger und ihrer
Nachkommen.