Gemeinde Gingen, 10.1.2005
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Heimatbrief 2004


Heimatbrief 2004

 

Liebe ehemalige Mitbürgerinnen und Mitbürger,

wir wollen den mit dem trüben Wetter der ersten Novembertrage verbundenen Zeitvorteil nutzen und – wie in den Jahren zuvor – Zahlen, Daten und Fakten für den Heimatbrief 2004 zusammentragen.

Ganz spontan fallen uns – in zeitlicher Reihenfolge – die Themen

- Sanierung des Kirchturms der Johanneskirche
- Kommunalwahlen und
- Finanzsituation der Städte und Gemeinden

ein.

Sanierung des Kirchturms der Johanneskirche

Anfang Dezember 2003 teilt die evangelische Kirchengemeinde dem Bürgermeisteramt mit, "dass der Kirchturm dringend saniert werden muss". Diese Nachricht trifft nicht nur Pfarrer Krauter und seinen Kirchengemeinderat "wie eine Keule", sondern löst auch bei der bürgerlichen Gemeinde Bestürzung aus. Der Grund dafür ist einleuchtend: Nach einem gültigen Abkommen aus dem Jahr 1890 ist sie verpflichtet, von den geschätzten Kosten in Höhe von 550.000 € 5/6 = 83,3 % zu übernehmen. Wie sehr der Turm in Mitleidenschaft gezogen ist, wird darin deutlich, dass ein provisorisches Stützgerüst eingezogen werden muss. Die Dramatik der Schäden hat auch deshalb für so viel Aufregung gesorgt, weil erst zu Beginn der 1980iger Jahre die Johanneskirche generalsaniert worden war. Auch hier musste die bürgerliche Gemeinde rund 400.000 DM beisteuern. Ab dem 4. Advent können die Glocken nicht mehr geläutet werden. Bei evangelischen Beerdigungen werden die Glocken der katholischen Kirchengemeinde "aktiv".

Nach einigen Diskussionen geht man nun davon aus, im Frühjahr 2005 die Arbeiten in Angriff zu nehmen. Sie werden nach den bisherigen Planungen ca. 5 Monate dauern.

Nun hoffen alle Beteiligten, dass der Kostenrahmen eingehalten werden kann. Aber weiteres "Ungemach" hat sich bereits angekündigt ...

Kommunalwahlen 2004

Der 13. Juni ging als "der Superwahltag" in die Geschichte des Jahres 2004 ein, weil er mit der Europawahl verbunden war. Bemerkenswerte 60,7 % (5. Platz unter 38 Städten und Gemeinden) gaben dabei ihre Stimme ab und votierten

814 mal (= 44,7%) für die CDU

447 mal (= 24,6 %) für die SPD,

162 mal (= 9,0 %) für die Grünen,

124 mal (= 6,8 %) für die FDP,

80 mal (= 4,4 %) für die REP,

PDS und ÖDP kamen auf 16 bzw. 15 Stimmen.

Für die Regionalwahl ergab sich folgende Stimmenverteilung:

CDU 770 Stimmen
SPD 442Stimmen
Freie Wähler 192 Stimmen
Grüne 133 Stimmen
FDP 125 Stimmen
REP 104 Stimmen
ÖDP 37 Stimmen.

Um einen Sitz im Kreistag bewarben sich aus Gingen für die

CDU Marc Stadelmayer und Hans Wimmer,
SPD Barbara Hewelt und Günther Meyer
FW ---
FDP Erika Preßmar und Klaus Glocker
Grünen Oliver Stuber,

die alle recht respektable Ergebnisse erzielten. Hans Wimmer gelang zum 4. Mail der Sprung ins Kreisparlament. Er erzielte dabei mit 3325 Stimmen das beste Wahlergebnis aller Kandidaten im Wahlkreis Süßen.

"Es ist ungeheuer schwer, Kandidatinnen und Kandidaten für die Gemeinderatswahlen zu gewinnen", so lautete die allgemeine Einschätzung bei den Verantwortlichen von UWG/FW, SPD und CDU/FWV. Für ihr Engagement und die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger sich in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen spricht, dass die Geislinger Zeitung am 10. März 2004 berichten konnte "Die UWG/FW-Liste steht", am 06. April 2004 folgte die SPD, am 17. April die CDU/FWV. In dieser Reihenfolge bewarben sich für die

UWG/FW

Karin Albrecht (1964)
Hermann Blum (1962)
Marco Donabauer (1971)
Andrea Groeneveld (1962)
Gerhard Grundheber (1943)
Christian Hofmann (1968)
Helmut Leonhardt (1958)
Rudolf Pflanz (1950)
Hans-Jürgen Schramm (1956)
Manuela Schurr (1958)
Gudrun Soukup (1950)
André Steck (1969)
Maria-Luise Wiedemann (1956)
Gerhard Wüstling (1943)

SPD

Heidi Alex (1946)
Klaus Karl Binder (1965)
Angelika Bitsch (1969)
Werner Borowski (1956)
Jochen Erlebach (1965)
Hagen Gunzenhauser (1973)
Barbara Hewelt (1959)
Ursula Maria Köberl (1957)
Helmut Albert Maßfelder (1944)
Ludwig Erich Mayer (1956)
Günther Meyer (1956)
Gerhard Alfred Nothdurft (1937)
Seher Pozan (1962)
Helmut Ludwig Preusker (1959)

CDU/FWV

Thomas Böhm (1961)
Gertrud Bosch (1950)
Gerd Bückle (1962)
Friedrich Frey (1939)
Cordula Genter (1963)
Arne Gigling (1969)
Paul Gürtler (1956)
Roland Knödlseder (1961)
Dr. med. dent Gerd Müller (1966)
Wilhelm Preßmar (1944)
Kristina Stadelmayer (1975)
Klaus Staffa (1962)
Christina Straubmüller (1980)
André Wimmer (1971).

Gewählt wurden:

UWG/FW

Gerhard Grundheber (2267 Stimmen)
Gudrun Soukup (1642 Stimmen)
Karin Albrecht (1283 Stimmen)
Gerhard Wüstling (1074 Stimmen)
Christian Hofmann (889 Stimmen)
Helmut Leonhardt (526 Stimmen)

SPD

Gerhard Alfred Nothdurft (1211 Stimmen)
Heidi Alex (622 Stimmen)
Helmut Albert Maßfelder (590 Stimmen)

CDU/FWV

Wilhelm Preßmar (1422 Stimmen)
Friedrich Frey (1318 Stimmen)
Klaus Staffa (1280 Stimmen)
Paul Gürtler (1107 Stimmen)
Dr. med. dent. Gerd Müller (1042 Stimmen).

Bei der konstituierenden Sitzung am 14.09.2004 wurde Gudrun Soukup zur 1. Stellvertreterin von Bürgermeister Schober gewählt. Zum 2. Stellvertreter wurde wiederum Friedrich Frey gewählt.

Finanzsituation der Städte und Gemeinden

Am 30. April titelt die "Geislinger Zeitung" unter Gingen: "Rat braucht nur 10 Minuten, um den Haushaltsplan zu beschließen" und begründet dies mit der Feststellung,

dass "angesichts der finanziellen Lage kaum noch Gestaltungsmöglichkeiten für die Gemeinde bestehen". Der Haushalt umfasst Einnahmen und Ausgaben von fast 7 Millionen Euro. Allerdings gibt es ein Minus bei der gesetzlichen Zuführungsrate zum Vermögenshaushalt von 120.000 Euro. Lediglich 100.000 Euro sind für den Bau eines Regenüberlaufbeckens vorgesehen. Für 28.000 Euro wird die "antiquierte" Computerausstattung des Rathauses, die schon seit 5 Jahren "geschoben wird", auf den Stand der Technik gebracht.

Der Schuldenstand beläuft sich (wie im Vorjahr) auf 376.000 Euro oder 103 Euro pro Einwohner. Die Kreisumlage steigt erneut auf jetzt fast 1,3 Millionen Euro. Damit haben sich die Kreisumlagezahlungen der Gemeinde innerhalb von 10 Jahren fast vervierfacht!

Die dramatische Situation ist (wenn überhaupt) nur durch einen strikten Sparkurs zu bewältigen. Dies wird u.a. auch unterstrichen durch Überlegungen "die Temperaturen in öffentlichen Einrichtungen zu verringern". Im Juli denkt man daran "überall 1-2° zurückzudrehen". Im schlechtesten Fall sollen bei der Hohensteinhalle eventuell einmal 17° "herauskommen".

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Frau Hölscher, "rechte Hand" von Bürgermeister Schober, verfügt über einen sorgfältig geführten Pressespiegel, der in 10 Kapiteln wichtige Zeitungsausschnitte enthält. Sie dienen als Grundlage für weitere "Neuigkeiten" aus der Gemeinde.

Allgemeine Verwaltung

Persönliches

Wilhelm Buck, seit 1988 Mitglied des Gemeinderats scheidet nach 15jähriger Tätigkeit aus dem Gremium aus. BM Schober lobt seine sach- und ergebnisorientierte Arbeit. "Er hat nie den persönlichen Erfolg, sondern immer das Wohl der Gemeinde gesucht. Darüber hinaus hat er sich um die Patenschaft mit der Unteren Baranya verdient gemacht".

Gertrud Bosch rückt (als 4. Gemeinderätin) nach und wird am 22. Januar vereidigt.

Am 8. Juni stirbt Wilhelm Keller, Träger des Bundesverdienstkreuzes. Er war von 1959 – 1989 Gemeinderat, davon viele Jahre stellvertretender Bürgermeister. Von 1959 bis 1994 gehörte er als Vorsitzender der CDU-Fraktion dem Kreistag an. Bürgermeister Schober: "Er hat sich in hohem Maße für die Belange der Gemeinde Gingen und seiner Einwohner eingesetzt. Mit seinem Wirken für die Allgemeinheit hat er sich viele Verdienste erworben". Seinem Ansehen entsprechend begleiteten Wilhelm Keller viele Trauergäste auf seinem letzten Weg, unter ihnen Persönlichkeiten aus Bund, Land, Landkreis und Gemeinde.

Am 25. September verstarben die Gemeinderätin Elfriede Bächtle und Hans Banzhaf.

Frau Bächtle war von 1968 – 1975 für die UWG und Herr Banzhaf von 1984 – 1998 ebenfalls für die UWG im Gemeinderat tätig.

Öffentliche Sicherheit und Ordnung

Die baden-württembergische Verwaltungsreform macht auch vor Gingen nicht halt und bringt das Aus für den Polizeiposten. Schon im Dezember 2003 werden Pläne bekannt, dass von 19 Dienststellen im Kreis Göppingen 7 geschlossen werden sollen. Paul Gürtler, der – wie in einer Gemeinderatsitzung festgestellt wird – "seine Pappenheimer kennt", soll seinen Schreibtisch nach Kuchen verlegen. Damit wird seine Präsenz vor Ort ganz entscheidend zurückgehen.

Protest regt sich. 450 Unterschriften werden gesammelt und dem Innenministerium und der Polizeidirektion Stuttgart vorgelegt. Da es auf die Aktion kaum eine Reaktion der Verantwortlichen gibt, machen sich Enttäuschung und Hoffnungslosigkeit breit. Auch ein Gespräch von BM Schober bei Staatssekretär Rech, dem jetzigen Innenminister, ändert nichts mehr. Am 26. März wird das "schlüssige" Konzept" (!) endgültig beschlossen. Ab 1. November gibt es keinen Polizeiposten mehr in Gingen.

Reinhold Schauer berichtet bei der Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr von 4 "kleineren Bränden" und 5 "sonstigen Hilfeleistungen", zu denen die 46 Aktiven gerufen wurden.

Wilhelm Preßmar (Seiler) wird als stellvertretender Kommandant bestätigt. 17 Jugendfeuerwehrleute sollen den Bestand der Wehr auch in Zukunft garantieren.

Im Juli beschäftigt sich der Gemeinderat mit der Bilanz der Polizei, die sehr zufriedenstellend ausfällt. Es gab so wenig Unfälle wie zuletzt 1997 und keine Unfalltote. Die Gesamtzahl ist von 54 auf 39 zurückgegangen. Von 96 Straftaten konnten 76% aufgeklärt werden. Darunter

waren 14 Ruhestörungen, 14 Haus- und Familienstreitigkeiten, 7 Rohheitsdelikte und 19 Diebstähle.

Schulen

Der Förderverein der Grund- und Hauptschule ist Beispiel und Vorbild für andere Schulfördervereine: Unterstützt von der Robert-Bosch-Stiftung gibt er seine guten Ideen (Deutschkurse für Ausländer, Zusammenarbeit mit Firmen und Vereinen) zusammen mit einer Anschubfinanzierung in Höhe von 500 Euro an die Silcherschule Eislingen, die Laubenhartschule Bartholomä und die Haierschule Faurndau weiter. Im August startet er das Projekt "Schulgarten". Dazu pachtet er eine 2.060 m² große, über Jahre nicht mehr bewirtschaftete Baumwiese. Sie soll künftig für Projektarbeiten und als "grünes Klassenzimmer" genutzt werden.

Auf der Kippe steht das Angebot der "Verlässlichen Grundschule". Ganz gegen den Trend der bundesweiten Einführung von Ganztagsschulen gibt es für das Schuljahr 2004/05 am 16. Juli erst 2 Interessenten.

Auf dem Prüfstand ist die Zusammenarbeit der Gemeinde mit den Musikschulen in Geislingen und Süßen. Beiden laufen die Kosten davon. Eine neue Zuschussregelung wurde deswegen in diesem Jahr erarbeitet. Nun erhalten die Eltern eine direkte Zuwendung von der Gemeinde und nicht mehr die Trägerstädte.

Wichtiger Kulturträger und Anbieterin von Weiterbildungsangeboten ist die Volkshochschule der Gemeinde. Zweimal jährlich offeriert sie bis zu 60 Kurse, Exkursionen und Einzelveranstaltungen. Von Bedeutung sind Sprachen- und EDV-Kurse. Beliebt sind die Möglichkeiten, die das neue Lehrschwimmbecken bietet. Anzeigen in den Mitteilungsblättern der Nachbargemeinden sollen neue "Schülerinnen und Schüler" ansprechen.

Wissenschaft und Kultur

In diesem Kapitel stehen die Aktivitäten auf musikalischem Gebiet im Vordergrund.

Beginnen wollen wir mit drei Einzelpersonen, die (bisher) in der lokalen Presse Schlagzeilen gemacht haben:

Lisa Eberhardt strebt nach dem Abitur eine Karriere als Sopranistin an. Neben Auftritten u.a. mit dem Liederkranz bestritt sie ein gut besuchtes Solokonzert im Wiesensteiger Schloss. Im Herbst übernimmt sie einen

Part in der "Zauberflöte", die mehrfach in Rechberghausen aufgeführt wird.

Heinz Häcker erntet mit anspruchsvollem Sprechtheater ("Indien", "Ein Mond für die Beladenen") im Theater in Rechberghausen viel Anerkennung.

Matthias Matzke ist mit seinen 11 Jahren ein – im wahrsten Sinne des Wortes – "ausgezeichneter" Könner auf dem Akkordeon. Beim Regional- und Landesentscheid im Rahmen des Wettbewerbs "Jugend musiziert" belegte er jeweils einen 1. Preis und war bester in seiner Altersklasse. Er durfte beim Preisträgerkonzert mitwirken und ist ein begehrter Musiker im "Talent-Stall" und bei anderen Veranstaltungen.

Außerdem belegte er beim Landeswettbewerb des Deutschen Akkordeon Musikpreises 2003 in der Kategorie "Virtuose Unterhaltungsmusik", Altersgruppe 10-14jährige, den 1. Platz und beim Bundeswettbewerb den 4. Platz.

Am letzten Juni-Sonntag schlug Dr. Gabriele von Trauchburg, Landeshistorikerin und damit profunde Kennerin von geschichtlichen Fakten, in einem kurzweiligen Vortrag ein bisher unbekanntes Kapitel aus der Gingener Vergangenheit auf: Von 1803 – 1810 gehörte unser Heimatort zu Bayern.

Und noch eine Personalie:

Am 8. April übergibt nach 10 Jahren Hans Wimmer den Vorsitz des Kultur- und Sportkreises an Johann Windstoßer.

Soziale Sicherung

Kurz vor der Jahreswende öffnet das Jugendhaus im Bronnenweg "frisch gestrichen und neu möbliert" wieder seine Pforten. Fast 50 Jugendliche sind dort dienstags und donnerstags bei entsprechenden Aktivitäten "zu Hause". Die Breakdancer werden als beste "Newcomer" ausgezeichnet. Auswärtige Jugendliche sind nicht mehr willkommen, "weil sie das Klima vergiften".

Der Geburtenrückgang wird auch in Gingen deutlich: Wurden 2000 noch 45 Kinder geboren, geht die Zahl 2003 auf nur noch 30 zurück. In absehbarer Zeit muss mindestens eine der 7 Kindergartengruppen geschlossen werden. Besonders spürt der katholische Kindergarten St. Barbara den Geburtenrückgang. Lediglich 26 Kinder besuchen im Herbst 2004 diesen Kindergarten.

Auch die Gingener Hauptschule spürt diese gesellschaftlichen Entwicklungen. So gehen immer weniger Schüler auf die Hauptschule. Die Klasse 5 zählt nur noch 12 Schüler.

Über Wien und Stuttgart kommt ein "Friedenslicht" aus Bethlehem zum Hohenstein, wo die Pfadfinder im Rahmen eines Berggottesdienstes die Flamme an die Stämme im Kreis weitergeben. Die Aktion steht unter dem Motto "Arbeit hier und anderswo – gemeinsam auf dem Weg zum Frieden".

Gesundheit, Sport und Erholung

Alle drei Begriffe hängen – richtig verstanden und betrieben – eng zusammen. Deshalb beherrschen diesen Bereich hauptsächlich der Turnerbund und seine Abteilungen, die Segelfliegergruppe, die Reiter, die Schützen und der Tennisverein.

Die Geislinger Zeitung schreibt im Januar: "Spielgemeinschaft funktioniert reibungslos, es wächst zusammen, was nie zusammengehört hat, aus zwei Kranken wird ein Gesunder." Sie meint damit die Handballspielgemeinschaft Kuchen-Gingen, die seit einem Jahr am Spielbetrieb teilnimmt und viele Erfolge aufzuweisen hat: E-Jugend-Meister der Staffel 6, B-Jugend – 3. In der württ. Oberliga, A-Jugend – 3. In der Verbandsliga Frauen – Aufstieg in die Landesliga, Herren – Aufstieg in die Bezirksliga.

Der Fußball A-Jugend steigt in die Bezirksliga auf, die E-Jugend verspielt erst im Entscheidungsspiel die Staffelmeisterschaft und im Turnen gibt es bei den Mädchen hervorragende Plätze bei gauoffenen und württembergischen Meisterschaften.

"Gingener Segelflieger überfliegen alle" heißt es in einem zusammenfassenden Beitrag der Geislinger Zeitung, der vom Gewinn des deutschen Mannschaftstitel im Streckensegelflug der Teammitglieder Kreidenweiss, Wiethüchter und Eberhardt berichtet. Absolutes Highlight ist aber die Teilnehme von Andreas Nagel im deutschen Team bei der Segelflugweltmeisterschaft in Norwegen.

Team-Siegerin bei den württembergischen Junioren-Meisterschaften des Schützenbundes wurde Jennifer Wassermann. Sie ist mit einem Doppelstartrecht ausgestattet und tritt (als Gingenerin) natürlich auch für unsere Zimmerstutzengesellschaft an.

Erholung auf gänzlich anderen Gebieten erwerben sich Franz Gleissner und Harald Matzke: Ersterer fährt mit einem Einachser und 13 Stundenkilometern über Land – quer durch Deutschland und bis nach Amsterdam. Als passionierter Jäger war Harald Matzke bei der Ausbildung seiner Münsterländer Vorstehhündin erfolgreich. Sie erhielt bei der Verbandsgebrauchshundeprüfung im Verband Schwaben den 1. Preis mit 339 Punkten und war damit als Suchensieger auf dem 1. Platz der Landesgruppe.

Bau- und Wohnungswesen, Straßen, Gewässer

Wie könnte es anders sein: auch 2004 beschäftigt die B 10 die Gemüter im ganzen Kreisgebiet. Nachdem der Bau der Umgehung Eislingen gesichert ist und wohl 2005 abgeschlossen wird, steht der Weiterbau bis Gingen Ost und darüber hinaus bis Geislingen Mitte wieder einmal "auf der Kippe". Gemeinderäte der Anliegergemeinden schicken Briefe nach Stuttgart und Bonn. Das "Schwarze-Peter-Schieben" geht aber weiter: "Wenn das Land will, ist der Weiterbau über Eislingen hinaus gesichert" – oder – "Wenn der Bund uns genügend Geld gibt, können wir weiterbauen". Ein neues Kapitel einer unendlichen Geschichte.

Zu Meinungsverschiedenheiten kommt es über die Anbindung des Sanierungsgebiets der Stadt Süßen an die B 10. Gingen lehnt eine weitere Belastung seiner Markung ab.

Der Gemeinderat lehnt die Trasse der Ferngasleitung auf Gingener Markung ab und ist der Meinung "alle vier Verbandsgemeinden müssen an einem Strang ziehen" – "Unverhältnismäßig viel Natur muss geopfert werden".

Eine Überprüfung der Gemeindebrücken ergibt keine größeren Schäden. Nur die Brücke am Marrbach in der Donzdorfer Straße, kurz vor dem Bahn-Durchlass, muss renoviert werden.

Öffentliche Einrichtungen, Wirtschaftsförderung

Der Jahrhundertorkan "Lothar" aus dem Jahr 1999 beschäftigt die Gemeinde weiter. Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg führt ein Projekt "auf dem Schafenberg" zu dessen Wiederbewaldung durch. Nach einer Schadensmenge von 10.000 Festmetern soll auf geräumten und naturbelassenen Flächen "die natürliche Wiederbewaldung während 25 Jahren" untersucht werden.

Sie erinnern sich an die Bilder vom letzten "Jahrhunderthochwasser"? Mit einem Pilotprojekt sollen nun "Strategien gegen das Hochwasser" entwickelt werden. Vermessungen der Universität Karlsruhe sollen die Grundlagen für eine "Hochwassergefahrenkarte" schaffen.

Im April stellt die Wasserversorgungsgruppe Eislingen den Antrag, mehr Wasser aus der Sickergalerie auf Gemarkung Gingen zu entnehmen. Die 1986 vereinbarte Förderhöchstmenge von 32 Sekundenlitern soll auf 41 erhöht werden. Der Gemeinderat befürchtet gravierende Nachteile für die Gemeinde (mehr Wasserschutzzonen, sinkender Grundwasserspiegel) und lehnt einstimmig ab.

Eine Episode am Rande:
Weil die unter dem Burren (sehr häufig) vorkommende Silberdistel gefährdet ist, muss ein "Ruhebänkle", das Otto Kopp von seinem Schwager, dem Grünenberg-Wirt zum 60. Geburtstag geschenkt bekommen hat, versetzt werden. Nach aufwändigen Verhandlungen steht es nun 50 m weiter in Richtung Straße.

Wirtschaftliche Unternehmen, allg. Grund- und Sondervermögen

"In Gingen zu Hause – über die Grenzen bekannt" lautet der Titel der Adventsausstellung im Rathaus an der sich 22 Firmen beteiligen. Fast 1500 Besucher informieren sich über Produkte und Angebote der heimischen Industrie, des Handels und des Gewerbes. Zur Eröffnung hält Frau Renate Buchsteiner einen vielbeachteten, äußerst informativen Vortrag über die Entwicklung der Firma, die mit unserer Gemeinde, aber auch unsere Gemeinde mit ihr, so stark verbunden ist.

Nach 1997, 1999, 2001, 2003 erhält die Firma Schmid Baukunststoffe auch 2004 wieder einen Innovationspreis des Kreises Göppingen. Diesmal ist der Grund "eine gewichtsreduzierte und formbare Balkonplatte".

Fischer und Stegmaier feiert das 25jährige Jubiläum der Filiale Eislingen. In Gingen besteht die Firma 120 Jahre. Zusammen mit insgesamt 4 Filialen werden 35 Angestellte beschäftigt.

Im Industriegebiet "Untere Schorteile" hat Gerhard Priel seine neue Produktionsstätte errichtet. Dort stellt er 60 überwiegend selbst entwickelte Percussionobjekte her, die weltweit ausgeliefert werden. Anregungen bekommt er aus Arabien, Südamerika, Afrika und Asien. Zu seinen Kunden gehörten auch Tom Waits, James Last und die Fantastischen 4.

Äkschn‘-Tag und Sunday ist Funday der Interessengemeinschaft Handel, Handwerk und Gewerbe locken im Juni und im September wieder viele Besucher in die Gemeinde. Eine neue Idee: Verkauf bis 23.00 Uhr.

Beim Wettbewerb "Lieblingsgaststätte" des Landkreises ist der Gasthof "Grünenberg" wieder ganz vorne mit dabei.

 

Das Jahr 2004 in Stichworten:

Januar:

Februar:

März:

April:

Mai:

Juni:

Juli:

August:

September:

Oktober:

November:

Sterbefälle:

Wilhelm Nagel, Ahornweg 8
Hedwig Weiß,Froschgasse 5
Eugen Bausch,Karlstraße 25
Hermann Borlinghaus,Lessingstraße 12
Josef Klaschka, Filsstraße 63
Hildegard Keller, An der Halde 10
Peter Pokorny, Bahnhofstraße 32
Maria Schmidt; Silcherstraße 3
Martha Schnarrenberger, Froschgasse 9
Wolfgang Bohner;Marren 2
Jörn Mollenkopf,Hauffstraße 4
Anna Albrecht, Jahnstraße 25
Wilhelm Schwarz; Friedrichstraße 34
Wilhelm Schaller;Kirchgasse 6
Sigmund Baur; Uhlandstraße 14
Ingo Blank; Grabenstraße 52
Johanna Neuwirth; Grabenstraße 74
Marianne Fallscheer; Bismarckstraße 5/1
Emma Koch; Schillerstraße 6/1
Lydia Schnarrenberger; Birmarckstraße 20
Paul Troidl; Lindenstraße 44
Ingo Schreur; Bahnhofstraße 19
Hans Trausch; Hindenburgstraße 141/2
Lore Schall; Mühlgasse 1
Wilhelm Keller; An der Halde 10
Hildegard Schmidt; Gustav-Schwab-Str. 8
Ida Bernt; Karlstraße 6
Irene Hinderer; Pfarrstraße 5
Gerhard Burr; Wilhelmstraße 48
Roland Forstner; Hindenburgstraße 73
Erwin Liebert; Karlstraße 8
Wilhelm Walter; Pfarrstraße 33
Agnes Borlinghaus; Lessingstraße 12
Elfriede Bächtle; Lärchenweg 10
Hans Banzhaf; Karlstraße 38
Erich Polonyi; Austraße 30
Peter Dudas; Hindenburgstraße 125
Martha Honold; Bismarckstraße 16
Wilhelm Mannweiler; Ebereschenweg 37
Erwin Unnasch; Bahnhofstraße 32
Rosa Hofmann; Bahnhofstraße 42
Martha Leuze; Grünenberger Straße 21

Liebe ehemalige Mitbürgerinnen und Mitbürger,

wir hoffen, Ihnen wieder in Kurzform einen aufschlussreichen Überblick über die Themen und Ereignisse gegeben zu haben, die uns in den vergangenen 12 Montagen mehr oder weniger "bewegten".

Sicher gab und gibt es auch bei Ihnen "Bewegendes", das die alte Heimat interessiert. Wir – die Redakteure des Heimatbriefes 2004 – und viele Mitbürgerinnen und Mitbürger freuen sich über jede Rückmeldung.

Für die bevorstehenden Feiertage wünschen wir Zeit zum Besinnen und Ausspannen, für das neue Jahr Glück und Gesundheit.

Lothar Schober und Hans Wimmer


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