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Gingen erleben
Weberviertel (11)

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Vom Lein zum Tuch: Weberviertel

Rohstoff Lein

Seit dem Mittelalter gab es zahlreiche Weber in Gingen. Der Lein war ein Produkt aus dem Zyklus der Dreifelderwirtschaft. Zu Fäden versponnene feine Leinfasern zog man als Kettfaden auf den Webstuhl. Den Schussfaden wickelte man auf sogenannte Schiffchen. Kettfaden und Schussfaden wurden zu Tüchern verwoben. Beim Webvorgang arbeiteten vier bis sechs Personen – Garnspinner, Weber und Zimmermänner – an einem Webstuhl. Lein kann nur bei hoher Luftfeuchtigkeit verarbeitet werden. Webstühle standen daher im Keller oder im tiefer gelegten Erdgeschoss. Ein häufig zu beobachtendes Kennzeichen von Weberhäusern sind daher die nahe bei der Bodenoberfläche gelegenen Fenster.

Weberviertel

Um 1600 entstand die Untere Mühle mit dem neu angelegten Mühlbach. Der gleichmäßige Wasserstand im Kanal garantierte in den benachbarten Häusern eine gleichbleibend hohe Luftfeuchtigkeit in tief gelegenen Räumen, ideale Voraussetzung für das Entstehen eines zusammenhängenden vor- industriellen Weberviertels am Mühlbach im Bereich von Froschgasse und Kirchgasse. Seine Gebäude bestehen bis heute.

Exportschlager

Die Gingener Weber fertigten Leintücher und das aus Baumwolle und Lein hergestellte Mischgewebe Barchent. Die Tücher kamen auf den Markt der Reichsstadt Ulm. Von Ulm aus wurden die Tücher – insbesondere der Barchent – nach Südeuropa und in den östlichen Mittelmeerraum verkauft. Die großen Textilfabriken, die ab der Mitte des 19. Jahrhunderts im Filstal entstanden, rekrutierten ihre Arbeiter aus den Reihen der Handweber. So verschwand dieses Handwerk bis zum Ende jenes Jahrhunderts.