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Rede zur Haushaltseinbringung

Haushaltseinbringung 2017 - 24.10.2017

 

Rede von Bürgermeister Marius Hick

Es gilt das gesprochene Wort!

Sehr geehrte Damen und Herren des Gemeinderats,

sehr geehrte Zuhörerinnen und Zuhörer,

liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

sehr geehrte Damen und Herren,

nachdem der Haushalt 2017 vor genau 9 Monaten am 24.01.2017 eingebracht wurde, wird mit dem heutigen Entwurf 2018 bereits der zweite Haushalt in diesem Jahr eingebracht. – Nicht nur, aber auch aufgrund der anstehenden Bürgermeisterwahl Anfang 2018 möchten wir die Haushaltsberatungen noch in diesem Jahr abschließen und ich danke Ihnen für die Unterstützung diesen strammen Terminplan einhalten zu können.

Der Haushalt 2018 ist zugleich auch der letzte kamerale Haushalt unserer Gemeinde- und wir haben uns zum Ziel gesetzt die dopischen Haushalte in Zukunft noch vor dem Jahreswechsel zu beraten und zu beschließen, so dass wir mit der diesjährigen sehr frühzeitigen Einbringung hier schon den ersten Schritt der Zukunft praktizieren. Im Rahmen der Klausurtagung hatten wir bereits Gelegenheit mit Ihnen u.a. über Zielvorstellungen der nächsten Jahre und das damit einhergehende Investitionsprogramm offen und sachgerecht zu diskutieren. Vieles von dem im Haushaltsentwurf 2018 abgebildete ist das Ergebnis der konsequenten Weiterentwicklung unserer schönen Gemeinde sowie die Fortsetzung von Investitionen in unsere wertvolle und notwendige Infrastruktur. Mit dem Planwerk wird deutlich, welche kommunalpolitischen Themen angegangen werden sollen und mit welchem Budget sie finanziert werden sollen.

Bevor wir uns aber der Zukunft zuwenden lassen Sie mich noch in aller Kürze auf das laufende Jahr eingehen.

Die im Haushalt 2017 veranschlagten Mittel und Maßnahmen wurden in fast allen Punkten bereits vollzogen. Als große Ausgabenposten darf ich beispielhaft das Marrbacher Öschle und den Neubau Schule und Kindergarten nennen. Die Erschließung des 4. Bauabschnitts im Marrbacher Öschle wird bis Ende des Monats abgeschlossen sein und auch der geplante Spielplatz im Neubaugebiet kann nach Abschluss der jüngsten Bürgerbeteiligung für die Umsetzung vorbereitet werden. Die Baumaßnahmen an der Schule und Kita Hohenstein gehen zwar voran, aber es ist bekannt, dass wir hier bedauerlicher Weise nicht im Zeit Ziel liegen. Aufgrund der regelmäßigen Sachstandsberichte wissen Sie, dass wir intensiv daran arbeiten um die neuen Räumlichkeiten Anfang Januar 2018 zu beziehen und die Baukostensteigerungen erträglich gestaltet werden können.

Grundsätzlich gilt für jeden Haushalt, dass im Bedarfsfall auch ursprünglich veranschlagte Haushaltspositionen nochmals hinterfragt werden und so haben wir uns im Laufe des Jahres darauf verständigt, die umfangreiche Sanierung des UG Rathaus nicht durchzuführen, sondern es bei den Notwendigkeiten, wie z.B. Brandschutz und Fenster zu belassen. Auch die ursprünglich geplante teure Sanierung des Feldweges Jungviehweide wird kostengünstiger erfolgen und auf die Lautsprecheranlage im Rathaus wurde dank einer kostengünstigen Alternative ebenfalls verzichtet.

Diese Entscheidungen zu korrigieren war richtig und zeigt bespielhaft den sehr verantwortlichen Umgang mit den zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln. Auch hier darf ich mich für Ihre Unterstützung nochmals herzlich bedanken.

Die Überdachung der zweiten Bushaltestelle an der Brückenstraße befindet sich in der Umsetzung und die Arbeiten sollen noch im Oktober abgeschlossen werden.

Das elektronische Ratsinformationssystem mit elektronischer Sitzungsverwaltung ist in Bearbeitung. Die Einführung des neuen Dokumentenmanagements hat sich leider verzögert. Die Personalschulungen sind aber noch im November terminiert und so kann auch hier die Umsetzung zum Jahresende erfolgen. Die nächsten Schritte hin zum elektronischen Sitzungsdienst für den Gemeinderat werden folgen.

Offen ist noch die Einrichtung der WLAN-Hotspots. Einer wird im Rahmen des Mobilitätspunkts gefördert andere müssten eigen finanziert werden. Nachdem von der EU das Förderprogramm „Wifi4Eu-Freies WLAN für Europa aufgelegt wurde, ist nun zu klären ob hier eine Förderung möglich ist.

Die Umsetzung des großen Investitionsprogramms aus 2017, welches nahezu abgearbeitet ist zeigt mit welch hoher Schlagzahl unsere kleine Verwaltung die vielfältigen und anspruchsvollen Aufgaben und Projekte erfolgreich bearbeitet. Hier sind neben den großen Aufgaben auch viele kleinere Maßnahmen wie der historische Rundweg, steigende Beratungsleistungen für die Bürgerinnen und Bürger sowie Bürgerbeteiligungsprozesse enthalten. Daher ist es mit ein besonderes Anliegen mich an dieser Stelle auch bei meinen engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nochmals ausdrücklich zu bedanken.

Gemeinsam mit Ihnen haben wir die Gemeinde wieder ein ganz großes Stück vorangebracht.

Und aufgrund der guten Finanzentwicklung und verantwortlichen Bewirtschaftung konnte bisher auf die in 2017 geplante Kreditaufnahme in Höhe von 747.275€ verzichtet werden. Voraussichtlich werden für den Haushaltsausgleich auch nur ca. 50% der geplanten Summe benötigt.

Die Bundestagswahl ist gerade einmal 4 Wochen her und mit Spannung erwarten wir die Ergebnisse der Regierungsbildung. Insbesondere warten wir aber auf das was vereinbart wird und dann direkte oder auch indirekte Auswirkungen auf die Kommunen und ihre finanzielle Leistungsfähigkeit haben. Bereits seit 8 Jahren befinden wir uns in einer erfreulichen wirtschaftlichen Entwicklung und auch die Prognosen für 2018 und die Folgejahre sind weiterhin vielversprechend. Die Stimmung in der Wirtschaft und auch die Beschäftigungsquote sind gerade hier im Südwesten unglaublich gut. Die Auftragsbücher der Industrie sind gut gefüllt und insbesondere in der Bauwirtschaft kann man in unserer Gegend der riesigen Nachfrage nach Bauleistungen kaum gerecht werden. Dies führt bedauerlicherweise dazu, das sich die Baupreise von Jahr zu Jahr in manchen Bereichen zwischen 20 -30 % verteuern. Bei vielen Anfragen erhält man derzeit keine Angebote und viele Aufträge können mangels Fachpersonal kaum mehr bedient werden. Trotz dieser schwierigen Entwicklung ist es uns bisher gelungen unsere Projekte und Maßnahmen weitestgehend innerhalb der zur Verfügung stehenden Mittel zu realisieren.

Sorge bereitet einem natürlich die politischen Entwicklungen in Europa und der Welt. Wichtige Fragen wie z.B. der Umgang mit Flüchtlingsströmen sind ungelöst und wir wissen nur sehr genau, welche Auswirkungen dies auf unsere Kommunen haben kann. Während wir mit Sorge auf die politischen Entwicklungen in den USA, der Türkei oder auch Korea blicken ist auch das europäische Haus in Unordnung und ich verweise aktuell auf die schwierige Situation in Spanien/Katalonien.

In den zurückliegenden 7 Jahren haben wir insgesamt ca. 21 Mio. € investiert und dabei Zuschüsse in Höhe von 2 Mio. € erhalten.

Das Maßnahmenpaket von Ausbau der Kinderbetreuung, Neubau Schule, Kindergarten sowie Erhalt der Infrastruktur war nicht nur ambitioniert, sondern ließ sich mit gemeinsamer Anstrengung und auch dem Verkauf von über 50 Bauplätze in unserem Neubaugebiet Marrbacher Öschle sowie Schließung von Baulücken erreichen. Dabei konnte unsere Infrastruktur vielfältig saniert und ausgebaut sowie die örtliche Nahversorgung gestärkt werden.

Die erfolgreichen aktuellen und zurückliegenden Bürgerbeteiligungen und auch unser Jubiläumsjahr 2015 haben gezeigt, dass sich unsere Bürgerinnen und Bürger in ihrer Gemeinde ausgesprochen wohl fühlen, die Entwicklungen mit Interesse verfolgen und die vielen positiven Veränderungen und Initiativen nicht nur unterstützen sondern sich auch mit diesen identifizieren.

Nach wie vor stehen die öffentlichen Haushalte im Südwesten gut da. Von der positiven wirtschaftlichen Gesamtentwicklung haben wir in den letzten Jahren ebenfalls profitiert, wenn gleich die Zuführungsraten der Zukunft nicht mehr so üppig sein werden wie in den zurückliegenden Jahren.

Bei der guten wirtschaftlichen Entwicklung wollen wir weiterhin auf eine stabile Gewerbesteuereinnahme vertrauen.

Gerade der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer als wichtige und verlässliche Einnahmequelle entwickelt sich gut und wird in 2018 nach einem guten Ergebnis im Vorjahr auf nunmehr ca. 2,5 Mio. € weiter ansteigen.

Das gute Ergebnis 2016 wirkt sich bei den Schlüsselzuweisungen mit dem üblichen Versatz von 2 Jahren in 2018 mit einer im Vergleich zu 2017 reduzierten Einnahme in Höhe von ca. 114 TSD€ aus.

Beim Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer konnten wir weiter zulegen.

Die Ausgaben bei der Gewerbesteuerumlage bleiben stabil. Die Finanzausgleichumlageist weiter angestiegen und trotz gleichen Hebesatzes von 34,1 Punkten wie von der Landkreisverwaltung bei der aktuellen Haushaltseinbringung vorgeschlagen steigt die Kreisumlage für unsere Gemeinde um beachtliche ca. 180 TSD€ an.

Vor dem Hintergrund, dass der Landkreis in diesem Jahr einen Rekordhaushalt auf den Weg gebracht hat in dem mit Klinikneubau LK- Anteil110 Mio. € und Landratsamterweiterung 23 Mio. € – und -sanierung 12 Mio. € die großen Finanzbedarfe der nächsten Jahre abgebildet sind wird mit Spannung verfolgt, welche zusätzliche Ausgaben die Verbesserung des ÖPNV verursachen und letztendlich auf die Kommunen durchschlagen.

Gerade der Blick auf die Zuführungsrate der nächsten Jahre zeigt, dass diese zwar weiterhin positiv, aber abnehmend, sein wird.

Hier müssen wir die nächsten Jahre einen besonderen Blick auf den Verwaltungshaushalt bzw. zukünftig Ergebnishaushalt bzw. Erfolgsplan werfen.

Der Landkreis hat dargestellt, dass das Steuerkraftaufkommen lt. FAG 2018 bei durchschnittlich 1.333 € je Einwohner liegt und damit weiterhin unter dem durchschnittlichen Steueraufkommen von Baden-Württemberg mit 1.412€/Einwohner liegt.

Die Gemeinde Gingen an der Fils verfügt aber trotz aller positiven Entwicklungen mit ca. 1248 € in 2018 im Landkreisvergleich auch weiterhin über eine unterdurchschnittliche Steuerkraftsumme.

Der Gesamthaushaltsentwurf 2018 mit Ausgaben von 12.596.308 € (VWH 10.183.210, VMH 2.413.098€) liegt erneut ca. 800 TSD€ unter dem Ansatz des Vorjahres 13.409.391€ (VWH 10.086.774, VMH 3.222.617€)

Zum Ende des neuen HH - Jahres hat die Gemeinde Schulden von 1.854.320 € ausgewiesen. Für 2018 ist keine Kreditaufnahme geplant. Aus der Rücklage werden 89.659€ entnommen. Zum Ende des Haushaltsjahr wird eine Rücklage von ca. 790 TSD€ verbleiben und deutlich über der Mindestrücklage liegen.

Bis 2021 sind weitere Kreditaufnahmen geplant. Die Pro Kopf Verschuldung würde Ende 2021 zwar auf 634,83€/Einw. (2017 447,41 € je Einw.) ansteigen. Dieser liegt aber noch weiterhin deutlich unter dem Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden und soll dann wieder sukzessiv zurückgeführt werden.

Die Gemeinde verfügt trotz großer Investitionsanstrengungen im Finanzzeitraum über sehr geordnete finanzielle Verhältnisse.

Unsere nachhaltigen Kraftanstrengungen sind wohlüberlegt und seriös mit Bedacht und mit Blick auf unsere Leistungsfähigkeit finanziert.

Eine Erhöhung der Hebesätze ist für 2018 nicht geplant. Dennoch ist anzumerken, dass sich die Gemeinde in der Zukunft auch nochmals intensiv mit der Einnahmesituation beschäftigten muss. Mit 345 Hebesatzpunkten liegt die Gewerbesteuer deutlich unter dem Landkreisschnitt mit 364 Hebesatzpunkten. Mit Blick auf die interkommunale Entwicklung von Gewerbegebieten wird in Zukunft zumindestens eine Anpassung an die Hebesätze von z.B. der Stadt Süßen 355 Hebesatzpunkte erforderlich werden.

Mit der Grundsteuer B liegt die Gemeinde mit 330 Hebsatzpunkten deutlich unter dem Landkreisdurchschnitt von 390 Hebesatzpunkten. Dies wurde vom Regierungspräsidium regelmäßig als Grund angeführt weshalb die Gemeinde Gingen keine Finanzzuweisungen im Rahmen des Ausgleichstocks erwarten kann.

Der Eigenbetrieb Wasserversorgung hatte vermehrt Aufwendungen in den Erhalt unsere Versorgungsinfrastruktur zu leisten. Zum Ausgleich der Verluste ist es unumgänglich den Wasserzins von derzeit €1.30 auf € 1,50 anzuheben.

Damit liegt die Gemeinde auch weiterhin sehr deutlich unter dem Landkreisschnitt von € 2,10 /je m³.

Es besteht zudem die Möglichkeit hier mit einer Konzessionsabgabe zu arbeiten und zusätzliche Einnahmen für die vielfältigen notwendigen Investitionen zum Wohle der Gemeinde und ihrer Bürgerinnen und Bürger zu erwirtschaften.

Im Weiteren möchte ich auf einzelne Investitionsschwerpunkte für 2018 eingehen.

Verwaltungshaushalt

In den letzten Jahren haben wir konsequent Kanäle und Straßen saniert. Bei den Straßensanierungen werden wir auch unter dem Aspekt der vielen Aufgaben und des vielfältigen Finanzierungsbedarfes eine Pause einlegen, wobei in Verbindung mit dem Neubau der Altenhilfeeinrichtung in der Ortsmitte auch in Wege, Plätze und Straße investiert wird. Dennoch wollen wir weiter in die Ertüchtigung der Abwasserkanäle investieren und haben im Verwaltungshaushalt 150TSD€ für Inlinersanierungen vorgesehen.

Auch für die Gebäudeinstandhaltung wurden die Mittel leicht erhöht um die weitere Ertüchtigung des Feuerwehrgebäudes (Fassade und Abdichtung) sowie eine Sanierungsmaßnahme Kita Sonnenschein (Abdichtung gegen eindringende Nässe) durchzuführen um den Substanzerhalt zu gewährleisten.

Vermögenshaushalt

Die Ortsumfahrung soll bis ca. April 2018 fertiggestellt sein und für den Verkehr freigegeben werden. Auch die Hochwasserschutzmaßnahme Barbarabach soll bis dahin ausgeführt sein. Hierfür muss die Gemeinde in 2018 750TSD€ finanzieren wobei wir hier auch 70% Zuschüsse des Landes erhalten. Derzeit wird vom Baureferat Süd des Regierungspräsidiums Stgt. die Ausführungsplanung und Ausschreibung für den Rückbau der B10 zwischen Süßen und Gingen vorbereitet. Auch diese Maßnahme soll bis Herbst 2018 abgeschlossen werden, so dass der Hochwasserschutz Barbarabach bis Ende 2018 in Funktion sein kann.

Auch werden von der Gemeinde im nächsten Jahr, in Abstimmung mit der Bahn, die bereits begonnenen Planungen für den Ausbau des Hochwasserschutzes Marrbach weiter vorangebracht, um nach Möglichkeit mit den Baumaßnahmen in 2019 beginnen zu können. Dies kann dann parallel mit den weiteren Erschließungsarbeiten im Marrbacher Öschle und dem Straßenausbau Donzdorfer Straße Teil II erfolgen.

Mit der Freigabe der Ortsumfahrung in 2018 besteht die Möglichkeit mit dem Rückbau und Gestaltung der Ortsdurchfahrt zu beginnen. Nach einem intensiven Bürgerbeteiligungsprozess hat der Gemeinderat heute den Antrag für die städtebauliche Erneuerungsmaßnahme Ortsmitte/B10 sowie die vorbereitende Untersuchung beschlossen. Die Gemeinde hofft darauf bereits in 2018 in das Programm aufgenommen zu werden um dann bereits im nächsten Jahr mit den ersten Maßnahmen beginnen zu können. Damit ist ein intensiver finanzieller Investitionsschwerpunkt für die nächsten Jahre vorgezeichnet.

Noch in diesem Jahr am 01.12.2017 wird der Spatenstich für die Altenhilfeeinrichtung Samariterstift Gingen erfolgen. Damit kann die vorhandene Lücke in der stationären Pflege bald geschlossen und die Gemeinde mit diesem dringend benötigten Angebot bereichert werden. Bei optimalem Bauverlauf soll das neue Haus, auf einem Erbpachtgrundstück der Gemeinde bis Anfang 2019 fertig gestellt werden. Die Gemeinde wird sich hier an der Begegnungsstätte und der Möblierung (ca. 150TSD€) finanziell beteiligen. Darüber hinaus ist für die Gestaltung des Vorplatzes, des Fußweges zwischen Kirchgasse und Pfarrstraße sowie das Anlegen von Stellplätzen ist eine erste Investitionsrate von 200TSD€ vorgesehen. All das wurde vom Gemeinderat bereits beschlossen.

Auch im Friedhof werden die Unterhaltungsarbeiten fortgesetzt. Ein weiterer Abschnitt im Wegebau wird im nächsten Jahr vom Bauhof durchgeführt . Bei der Unterhaltung der Kolumbarien der ersten Generation wurde ein Teil der alten denkmalgeschützten Friedhofsmauer freigelegt. Diese soll nun analog zur Mauer am Friedhofseingang ebenso wie die ältesten Kolumbarien saniert werden.

Die Neubauten für die Hohensteinschule einschließlich der Kita Hohenstein sollen bis Ende des Jahres fertig und die Räumlichkeiten Anfang 2018 bezogen werden. Auch der Freibereich mit Spielgeräten soll Anfang 2018 hergestellt werden. Aufgrund eines erweiterten Finanzierungsbedarfs wurden für die Kita Hohenstein weitere Mittel in Höhe von 120 TSD€ eingeplant. Die Gestaltung des Schulhofes soll dann nach einem Beteiligungs- und Planungsprozess in 2019 erfolgen.

Der Bau eines Grüngutsammelplatzes wird nicht wie geplant in 2017 erfolgen können, da noch weitere Beschlüsse des Kreistags erforderlich sind, die im November erwartet werden. Für notwendige Baumaßnahmen wurden 35 TSD€ eingestellt. Die Grünmassesammlung wird dann bis zur Fertigstellung auf dem bisherigen Platz erfolgen können.

Die Gemeinde war mit dem Bauplatzangebot im Marrbacher Öschle genau zum richtigen Zeitpunkt am Markt. Seitdem haben über 50 Familien einen Bauplatz erworben. Es konnten viele neue Bürgerinnen und Bürger gewonnen und auch baubereite Gingener in der Gemeinde gehalten werden. Dank der richtigen Entscheidungen zur rechten Zeit konnte das Ziel zur Stabilisierung der Einwohnerzahl nicht nur erreicht werden sondern die Einwohnerzahl hat im Vergleich der Vorjahre wieder auf ca. 4400 zulegen können. Nach wie vor ist der Bedarf nach Wohnbaugrundstücken insbesondere für Einzelhäuser aber auch für den Geschoss - Wohnungsbau sehr groß. Auch im Umland werden intensive Anstrengungen unternommen und neues Bauland ausgewiesen. Der Siedlungsdruck in der Region Stuttgart ist immens und auch die Gemeinde sollte daher in Zukunft ein weiteres Angebot bereitstellen. In einem ersten Schritt sollten nach Möglichkeit weitere Flächen im Marrbacher Öschle aktiviert werden. Aus der Mitte des Gemeinderats wurde bereits die Untersuchung für ein weiteres Wohnbaugebiet angestoßen. Auch der Prozess der Städtebauförderung in Verbindung mit dem Ortsentwicklungskonzept wird hier weitere Wohnbauflächen zentrumsnah ermöglichen. Die Gemeinde beabsichtigt bereits seit einiger Zeit auf einem Gemeinde eigenem Grundstück am Sportplatz eine Doppelhausbebauung zu realisieren. Nachdem die Nachfrage noch verhalten ist wurden vorsorglich Mittel für eine Erschließungsleistung eingestellt um dann ggf. alternativ eine Bebauung mit Einzelhäusern zu ermöglichen.

Doch nicht nur der Siedlungsdruck ist groß auch die Nachfrage nach Gewerbeflächen im Filstal ist immens und so müssen auch in 2018 die Vorbereitungen forciert werden in naher Zukunft weitere Gewerbeflächen für die Erweiterung der örtlichen Betriebe und auch für Neuansiedlungen in den interkommunalen Flächen anzubieten.

Die Gemeinde unterstützt die örtlichen Vereine nach besten Kräften und es ist erfreulich dass diese sich nicht nur engagiert in die Dorfgemeinschaft einbringen sondern auch in ihre Zukunft investieren. Die Oldtimerfreunde werden den Bau einer genehmigten Halle realisieren und die Ortsgruppe des schwäbischen Albvereins plant die Sanierung und Erweiterung ihrer Vereinshütte in der Halde einschließlich Wasserversorgung.

Nachdem es der Gemeinde gelungen ist geeignete Flächen für einen Reitplatzes zu erwerben kann die Reitergruppe Gingen einen Neubau planen und durchführen.

Entsprechende Mittel im Rahmen der Vereinsförderung sind eingeplant.

Nachdem die Zimmerstutzen Gesellschaft Gingen ihr neues Vereinsgebäude bezogen und eingerichtet hat soll nun auch das alte Vereinsgebäude zum Schutz des Tiefbrunnes in den oberen Schorteilen abgebrochen werden.

Auch für das große Kinderfest welches von der Vereinsgemeinschaft geplant wird sind wieder Mittel zur Unterstützung eingeplant.

Nachdem die dringendsten Hochbaumaßnahmen für den Bauhof ausgeführt wurden bzw. in der Umsetzung sind soll mit einer größeren Investition in den Fuhrpark ca. 167 TSD€ , einen Schlepper als Ersatz für den in die Jahre gekommenen Unimog und ein neues Mähwerk für den Holder, die Leistungsfähigkeit des Bauhofes gewährleisten und weiter verbessern.

Während das Thema Elektromobilität in der Öffentlichkeit auch sehr kontrovers diskutiert wird hat die Gemeinde Gingen mit der Beschaffung eines elektrisch betriebenen Bürgerrufautos zur Verbesserung der Mobilität beeinträchtiger und älterer Menschen, bereits zukunftsweisend gehandelt.

Mit dem Förderprojekt der Region Stuttgart für die Errichtung von Mobilitätspunkten hat Gingen als kleinste Kommune im Reigen der Antragsteller ebenfalls eine Förderung erhalten. In einem weiteren Schritt wurde aktuell auch eine Ladesäule auf dem Rathausparkplatz errichtet. Im nächsten Jahr werden dann Beleuchtung, Haltebügel am Fahrrradunterstand am Bahnhof erneuert und auch Fahrradboxen eingerichtet.

Für das Rathaus sind Haushaltsansätze für dringende Ersatzbeschaffungen der Möblierung und die Neubeschaffung einer leistungsfähigen Telefonanlage eingestellt.

Nachdem die Gemeinde in 2017 nicht in die Sportstättenförderung aufgenommen wurde kann die Sanierung der Hohensteinhalle in 2018 nicht wie geplant durchgeführt werden. Nach erneuter Antragstellung hofft die Gemeinde auf einen positiven Bescheid und hat die dringend notwendige Sanierung für 2019 vorgesehen.

Der Tourismus insbesondere das Segment gute Wandermöglichkeiten sind ein Wachstumsmarkt von dem der Landkreis Göppingen profitieren kann. Mit der Neuausschilderung der Wanderwege hat die Gemeinde auch ihre Rundwanderwege neu überarbeitet und wird sich auch an dem neuen Löwenpfad / Höhenrunde u.a. mit der Einbeziehung des Aussichtspunkts Hohenstein und der regelmäßigen Wegepflege beteiligen. Seitdem der Albtraufgängerweg europäisch zertifiziert wurde, welcher u.a. direkt durch Gingen führt, kann man eine Zunahme von Wanderern feststellen. Die Gemeinde als Mitglied der Erlebnisregion Schwäbischer Albtrauf ist intensiv dabei das touristische Angebot vor Ort zu verbessern. Aktuell konnte der historische Rundweg als Teil der Route der Industriekultur realisiert werden. Gemeinsam mit der Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins wurde jüngst die Anlage eines neuen Aussichtspunktes in der Halde oberhalb der K1438 und B10 in der Nähe der Albvereinshütte umgesetzt. Nach langer Suche ist es der Verwaltung nun in Zusammenhang mit dem Neubau der B10 gelungen einen geeigneten Platz zum Bau eines Wohnmobilstellplatzes zu finden. Mit diesem besonderen Angebot im Filstal werden die touristischen Bemühungen auf herausragende Weise unterstützt. Parallel dazu arbeitet die Verwaltung an einem Konzept für die Erneuerung des Waldlehrpfades und Stärkung des Naherholungsgebiets Halde um die Albvereinshütte.

Ein besonderes Bürgerbeteiligungsprojekt, welches noch in diesem Jahr beginnt, sieht die Gemeinde in der für 2018 geplanten Realisierung eines Bike-Parks/Downhillstrecke.

Im Landkreis besteht aufgrund der Flüchtlingszahlen in der Zwischenzeit ein erhöhter Bedarf an Wohnraum für die Anschlussunterbringung. Die Landkreisstatistik zeigt, dass die Gemeinde in beiden Feldern der Erst- und der Anschlussunterbringung vorbildlich unterwegs ist und hier mehr als gefordert geleistet hat. Dies war aber nur möglich, weil die Gemeinde und die privaten Wohnungseigentümer den dringend benötigten Wohnraum bereitgestellt haben. Dass die Betreuung und die Integration so gut und geräuschlos funktioniert ist den vielen ehrenamtlichen Helfern insbesondere dem Asylkreis Gingen zu verdanken. An dieser Stelle gebührt unserer besonderer Dank und Anerkennung diesem besonderen Engagement. Nachdem das Land nun Mittel für Integrationsmanager zur Verfügung gestellt hat, sollen in Abstimmung mit dem Landkreis die Mittel baldmöglichst abgerufen werden und die Stellenanteile für die Unterstützung zeitnah umgesetzt werden.

Abschließend kann man feststellen dass die Gemeinde Gingen an der Fils bestens aufgestellt ist. Die wichtigen Zukunftsfelder für eine leistungsfähige Entwicklung wurden bereits bearbeitet oder sind bereits in der Bearbeitung.

Auch in der Kulturförderung engagiert sich die Gemeinde mit dem VHS und Schülerferienprogramm Angeboten sowie der Bücherei in vorbildlicher Weise. Dies soll auch in den nächsten Jahren so beibehalten werden.

Neben der regen Investitionstätigkeit in den Erhalt der Infrastruktur sind wir auch in der Lage innovative und zukunftsfähige Ideen und Projekte anzustoßen bzw. umzusetzen. Wir sind auf einem guten und leistungsfähigen Kurs und sind auch bei zunehmenden Herausforderungen in der Lage eine gute Zukunft zu gestalten.

Abschließend bedanke ich mich insbesondere bei Herrn Burger für die zuverlässige und gründliche Ausarbeitung des Haushaltentwurfs. Ich danke allen meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und dem Gemeinderat für die vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit, die ich auch in den kommenden Jahren fortsetzen möchte. Ein besonderes Dankeschön gilt auch allen engagierten Ehrenamtlichen, die sich auf so vielfältige und wohltuende Weise in unsere Gemeinde und für die Gemeinschaft einbringen.

Ihnen sehr geehrte Gemeinderätinnen und Gemeinderäten und den Zuhörern danke ich für die geduldige Aufmerksamkeit. Die Fraktionen werden gebeten die Anträge zum Haushalts-Plan 2018 bis zum 20.11.17 einzureichen. Die Haushaltberatung und Beschluss für 05.12.2017 vorgesehen.

Marius Hick

Bürgermeister

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